Willkommen zum Blog unseres größten Abenteuers

Im Sommer 2015 haben wir zu viert (2 Menschen und 2 Packböcke) in einer 4 monatigen Wanderung die Alpen durchquert, von Zürich bis kurz vor Wien.

Die Geschichte begann schon 2 Jahre zuvor: Die zufällige Entdeckung des Via Alpina bei einer Wochenendtour in den Schweizer Bergen hat in uns eine tiefe Sehnsucht nach einer Fernwanderung geweckt. Als wir nach 6 wunderschönen Jahren in Zürich beruflich wie familiär wieder nach Wien zurückkehren wollten, bot sich diese einmalige Chance um unseren Traum zu realisieren: Wir werden die Heimreise zu Fuß antreten. Anstatt einer Reise um die Welt, statt einem Trekking durch Patagonien, statt nach Santiago zu pilgern, wollen wir die eigene Heimat erleben und erwandern: unsere Alpen.

Und so begannen die Vorbereitungen im Herbst 2014. Ausrüstung wird auf das Wesentliche reduziert und auf Leichtgewicht getrimmt. Und weil dennoch zu viel übrig bleibt, wollen wir uns ein Packtier zulegen. Schnell sind Pferd, Maultier und Elefant von der Liste, wegen der zum Teil recht alpinen Wegabschnitte. Lamas oder Alpakas kommen zwar mit dem Gebirge zurecht, sind aber Exoten in den heimischen Bergen. Als wir schließlich von Packziegen erfahren, ist für uns schnell klar, dass dies die idealen Begleiter für den Alpenraum sind. Eveline und Dominik, zwei junge Ziegenbauern in Graubünden, bringen uns die Welt der Packziegen näher und wir beschließen zwei ihrer Böcke zu kaufen, die uns auf unserem Abenteuer begleiten sollen.

Gestartet sind wir noch vor Sommerbeginn im Mai 2015 in Zürich mit dem Ziel vor Wintereinbruch Dreistetten bei Wiener Neustadt zu erreichen. Der “Via Caprina” (Weg der Ziege) begann mit einer großen Runde in der Schweiz durch Wallis, Tessin und Bündnerland. Dann weiter ostwärts nach Italien durch den Vinschgau, die Dolomiten und die Karnischen Alpen, wo wir österreichischen Boden betraten. Von hier nordostwärts über Dobratsch, Nockberge, Wölzer Tauern, Rottenmanner Tauern, Gesäuse, Hochschab und Mürzsteger Alpen führt der Weg schließlich zum Schneeberg und der Hohen Wand – wo wir nach 118 wundervollen Tagen unterwegs Mitte September 2015 ankommen. Ein wenig traurig, dass diese Reise nun ihr Ende findet,  müssen wir unsere Ziegen im vorbereiteten Winterquartier zurücklassen und versuchen wieder zurückzufinden, in die “normale” Welt.

Wir haben diesen Sommer unglaublich genossen. 4 Monate unterwegs zu sein und dabei einfach in den Tag zu leben, ohne Termine, ohne Druck. Die Wegstrecke nur für die nächsten 2-3 Tage geplant, ansonsten nur die grobe Richtung zum fernen Ziel. Alles was wir brauchen auf unseren Rücken, unabhängig und reduziert auf das Nötigste. Obwohl wir “langsam” unterwegs waren, war die Reise abwechslungsreicher als wir uns je vorstellen konnten: Landschaften, Menschen, Sprachen, Vegetation und Jahreszeiten haben sich kontinuierlich entlang des Weges verändert.

Unsere zwei tierischen Begleiter, Bumbum und Manolito, waren eine große Bereicherung auf unserer Reise, weniger wegen den paar Kilos die sie uns von unseren Rücken genommen haben, sondern viel mehr wegen der Gesellschaft dieser ruhigen, neugierigen und ausdauernden Tiere. Die Erlebnisse und Eindrücke dieser Reise werden uns noch lange begleiten. Es war eine wunderschöne Zeit, ein großartiges Abenteuer und die Erfüllung eines Traumes!

Wir hoffen mit diesem Blog unseres Abenteurs auch andere Leser dazu ermuntern können ihre Träume in die Tat umzusetzen!