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Tag 9: Grimselpass

Die Nacht war heute sehr ruhig, hier auf 1500m Höhe traut sich kein Wildtier die Schnauze unter unser Zelt zu stecken. Um 5:45Uhr läutet der Wecker. Der Grimselpass wartet. Die Infos die wir bekommen haben waren eigentlich alle gleich: der Pass ist zu, sie sind am Schneeräumen, aber der Neuschnee hat das alles verzögert. Wir haben diverse Möglichkeiten durchgespielt (z.b ganz großräumig über Montreux die Berge zu umgehen, oder von Kandersteg mit der Bahn unten durch). Aber irgendwie sind wir trotzdem einmal witergegangen, um zu schauen wies so ist. Die Übernachtung war schon mal unter der Schneegrenze und gestern Abend haben wir den Grimselpass auch vor dem Schlafen gehen gefragt ob er uns nicht drüber lassen möchte. Also sind wir losmaschiert, nicht weiter am alten Säumerweg sondern entlang der einsamen Passstraße die in ein paar Wochen wieder voll belastet werden wird. Ein einziges Auto überholt uns und wir kommen zügig bis zum ersten Stausee. Ab hier ist der Pass gesperrt und es sind nur Skitourengeherautos hier, deren Fahrer nun hoch über uns die letzten Schneefelder befahren. Wir gehen weiter die eigentlich schon gut geräumte Strasse entlang des Stausees. Hie und da bedecken Schneefelder die Strasse. Wir kommen nun zum Grimselhospiz am 2. Stausee, welches ich jedoch verpasst habe, da nun Nebel aufkam und ich nur bis zu Ulrich nach vorn sehen konnte. Es ist ohnehin noch ein paar Wochen geschlossen, schade um das in allen Reiseführern angepriesene 4-Gängemenue. Nun liegt Schnee auf der Strasse und ich stapfe in Ulrichs Fußspuren die Passstraße hinauf, rechts und links ragt der Schnee teils 3 Meter hoch. Schön ausgefrässt von braven Strassenarbeitern. Neben Ulrichs Fußstapfen finde ich auch Ski Spuren sowie grosse Hundespuren und kleine Fußspuren eines Tieres mit Miniaturhandabdrücken, Wiesel oder Murmeltier? Der Skitourengeher kommt ohne Hund zurück, sonst gibt es keine weiteren Spuren von Menschen, sind wir auf eine Wolfsspur gestoßen? Oben angekommen  sehen wir wieder mal nix, also steigen wir auf der anderen Seite ab und sind in einer anderen Welt. Sofort freie Strassen gute Sicht und fast kein Schnee mehr. Der früher so gewaltige Rhonengletscher erscheint klein und zerbrechlich. Nun geniessen wir die schöne Aussicht auf den Furkapass ohne einer Menschenseele. Warum dort niemand ist hat uns dann doch noch ein Autofahrer gesagt, der entlang kam. Die Strasse ist natürlich auch auf dieser Seite gesperrt, und heute erst recht weil sie Steine und restlichen Schnee abklopfen und sprengen, wir sollen doch schnell da runter, damit sie weiterarbeiten können. Also schnell runtergelaufen und dann erst im nächsten Tal unter pfeifenden Murmeltieren gerastet und realisiert, dass wir über den Pass tatsächlich drüber sind. Immer noch angetan von der eigentlich nicht so wirklich geglaubten Passüberquerung zünde ich in der Kapelle vom Heiligen Nikolaus eine Kerze an. Danke lieber Grimselpass! Weiter gehts nun durch einen perfekt gepflegten Wald und schnellem Schritt an „fliegenden Golfbällen von links“ vorbei am Golfplatz nach Obergesteln in ein Hotel Zimmer, heute müssen wir alles wieder einmal waschen und das Zelt auch mal wieder trocknen…
Uff, wir sind nun tatsächlich über die für uns schon unpassierbar geglaubte Bergkette ins Wallis gekommen.

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