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Tag 32: Biasca – Alpe di Pontima

Heute morgen weckt uns ein sich schüttelnder Manolito mit seiner Glocke direkt vor unserem Zelt, als ich hinaus schaue steht er mir gähnend gegenüber und tritt völlig problemlos auf seinem linken Huf auf. Es ist exakt 06:01 Uhr. Das hat uns so motiviert, dass wir auch gleich aufgestanden sind.

Alles eingepackt und der Abstieg kann beginnen. Unsere Karawane ist noch recht uneinheitlich und um das zu üben nehmen wir uns Zeit und verweisen die Tiere geduldig an ihre Plätze bis sie ordentlich in einer Reihe und der richtigen Reihenfolge dahinzotteln. Spannend waren heute vor allem Hunde und Radfahrer am Fahrradweg und sehr unangenehm waren die Motorradfahrer die vor allem Manolito immer wieder erschrecken lassen. Der erste kurze Kontakt mit der Zvilisation ist erstaunlich gut gegangen. Zum Glück haben wir unsere erste Strasse im Tal nur kurz passieren müssen, dann gings auf der anderen Seite des Tales wieder bergauf. Bevor wir aber dort rauf laufen seufzen wir ein wenig, weil wir sind hiermit am via alpina angekommen! Jetzt gehts für uns richtig los! Der Weg ist steil und irgendjemand hat 1000 Höhenmeter eine Treppe aus riesigen Steinen gebaut. Hut ab! Heute ist Sonntag und wir begegnen einigen Wanderern und wir werden oft photographiert und angesprochen. Da wir kein Italienisch verstehen kommen wir aber trotzdem gut voran. Nur bei frisch gemähten getrocknetem Gras hatten wir keine Chance, Ulrich musste wieder zurück und den mampfenden Bumbum abholen. Zum Glück fand der Besitzer des Heues unsere Packziegen so interessant, dass er uns das nicht übel genommen hat. Bumbum hört eigentlich auf seinen Namen und verbindet damit Leckerlies, er kommt in den Pausen kuscheln und findet all das Essen toll das er auf unserem Weg nebenbei schnabuliert. Bei Manolito weiss ich nicht so recht warum er mit uns mit geht. Er kennt seinen Namen nicht, reagiert auf keine Lockrufe und mag unsere Leckerlies nicht. Aber er ist der erste der aufsteht wenn wir aufstehen und läuft uns einfach über all hin nach. Der ist über haupt nicht an uns gebunden. Aber es schwirren immer alle Fliegen um ihn, er ist also unser Sündenbock. Trägt Lasten, lässt sich stechen, fängt die Parasiten ab und manchmal dürfen wir ihn auch streicheln, das muss aber Bumbum erlauben.. Weiter gehts jedenfalls an lieblichen Almen vorbei durch einen wunderschönen Birkenwald und wir finden uns auf einer einsamen Alp ein feines Plätzchen mit Aussicht, die Sonne scheint, es ist nicht kalt, Bumbum kuschelt mit uns während wir essen und schnaubt mir seine warme Ausatmungsluft in den Rücken. So romantisch! Um diese Uhrzeit sitze ich meistens angemummelt mit sämtlichen Kleidungsstücken frierend im Zelt, heute genieße ich den Sonnenuntergang.

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