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Tag 33: Alpe di Lago – Capanna Cava – Piöv di Fuori

Heute wollen wir dem Tag den Namen Ziegenalpinismus geben! Die Sonne hat uns heute liebevoll auf der einsamen Alp geweckt und wir 4 sind froh und munter aufgebrochen noch vor dem Zmorge weil eine gute Stunde oberhalb von uns die Selbstversorgerhütte Alpe di Lago liegt und wir dort frühstücken wollen.
Steil geht es bergauf bis zu einem schönen Bergsee knapp unterhalb vom Pass, und direkt daneben liegt die Hütte. Dies sollte ein erster Test sein ob wir in eine Hütte verschwinden können ohne dass die Böcke in Panik geraten. Und siehe da, es klappt problemlos. Während wir in der Hütte unser Zmorge machen grasen die Tiere ruhig draussen vor der Tür (Manolito) oder geniessen die Aussicht (Bumbum). Danach machen wir uns am Gasherd noch etwas Wasser warm für die erste Ganzkörperdusche seit einer Woche. Erfrischt steigen wir das kurze letzte Stück zum Pass (Forcarella di Lago). Man sieht schon direkt runter zur Capanna Cava wo wir Mittagspause machen wollen. Dort angekommen müssen wir feststellen dass an der Hütte noch gewerkt wird und sie noch gar nicht geöffnet hat. Wir setzten uns also auf einen Fels neben der Hütte um den weiteren Weg zu besprechen als dann doch die Hüttenwirtin kommt. Sie ist entzückt von Bumbum und Manolito und mit knappem Deutsch erklärt sie uns dass sie uns Pasta und Polenta mit Fleisch machen kann. Wir bestellen beides und bekommen es dann auch hinaus auf unseren Stein serviert, weil wegen den Ziegen können wir nicht beide reingehen. Nach dem herrlichen Mittagessen und einem Blick auf die Karte beschließen wir am ViaAlpina zu bleiben und heute den Pass-Hattrick zu wagen: von der Hütte aus geht es 400hm auf den Passo del Mauro, dann hinunter zur Alp Örz und über den Btta di Pianca Geneura ins Val Calanca. Wir erkundigen uns noch bei der netten Wirtin nach der Schneelage in den Pässen. Sie meint andere Wanderer haben den ersten Pass gemacht mussten aber beim zweiten umdrehen weil sie im Schnee den Weg nicht mehr gefunden haben. Da wir ja Karten und GPS haben passiert uns das nicht und so marschieren wir los. Durch Geröllhalden, vorbei an kleinen Bergseen und kurze Schneefelder gehts mit weitem Panorama rauf bis zum Passo del Mauro. Von oben sehen wir einerseits dass Wolken aufziehen und andererseits dass im nächsten Pass (Btta di Pianca Geneura) oben ein ziemlich steiles Schneefeld drinnen liegt. Nach kurzer Diskussion (ich tendiere zum Umdrehen aber Clara meint wir sollen es uns aus der Nähe ansehen) gehen wir weiter hinunter zur Alp Örz, vorbei an davon laufenden Schafherden und dann hinauf zum Pass. Die Wolken senken sich langsam, die Sicht wird schlecht und es fängt auch etwas zu regnen an. Im steilen Geröll verschwindet der Weg unter einem noch steileren Schneefeld (insofern hatte die Wirtin recht). Wir probieren es anfangs links vorbei durch die Felsen zu klettern aber bei dem nassen Fels und Gras und noch dazu mit großem Rucksack traue ich mich das nicht. Also dann doch lieber das Schneefeld. Schritt für Schritt hacke ich Stufen in den sehr kompakten Schnee. Wir kommen gut voran machen uns aber Sorgen um die Ziegen. Umsonst, die springen durch das steile Schneefeld als wär es das normalste auf der Welt. Die haben uns heute beim Klettern wohl ziemlich ausgelacht. Durch ein letztes steiles Geröllfeld kommen wir auf die Passhöhe und stellen erleichtert fest dass die andere Seite schneefrei und auch nicht so steil ist. Manolito müssen wir heute speziell loben. Er scheint sich im Gebirge besser auszukennen und zeigt Bumbum wie man Hindernisse überquert wenn dieser nicht mehr weiter weiß. Es ist mittlerweile schon bald 18 Uhr und wir wollen schnell noch etwas absteigen um im Wald einen schönen Platz fürs Nachtlager zu finden. Kurz hinter der Alp Piöf di Fuori finden wir den auch und stellen das Tarp für die Ziegen in einem großen Bogen vor unser Zelt auf weil es heute Nacht heftig regnen sollte. Um ihnen den Platz zu zeigen locken wir sie mit Leckerlies hinein. Bumbum legt sich dann schon auch brav zu Clara unters Tarp, aber sobald ich mit Manolito komme schießt Bumbum hoch und jagt den rangniedrigeren Manolito wieder davon. Die beiden können problemlos nebeneinander liegen aber in unserer Nahe toleriert Bumbum das nicht. Sehr schade! Mal sehen ob sie das Tarp diesmal übernacht nutzen oder ob wir morgen Früh wieder zwei nasse und durchfrorene Böcke haben…

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