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Tag 35: Btta de Trescolmen – Pian San Giacomo

Gestern abend muss man noch hinzufügen dass wir während unserem abendlichen Lesen im Zelt die Glocken immer weniger gehört haben und dann nicht mehr… Wir sind dann noch zitternd im Wind gestanden und haben versucht die beiden anzulocken. Gehört haben wir dann doch Bumbums Blöken aber gekommen sind sie nicht. Müde und frierend klettern wir ins Zelt und hoffen dass sie morgen kommen. In der Früh wachen wir natürlich zeitlich auf weil wir besorgt sind um unsere Ziegen. Wir rufen sie und sie geben sich sehr weit über uns zu erkennen und weiden langsam in unsere Richtung. Als wir alles gepackt haben und aufbrechen wollen sind sie ganz nah und plötzlich, als wir sie rufen zum gehen laufen sie wieder nach oben. Keine Leckerlies können sie runter locken.
Also schultern wir unsere Rucksäcke und nehmen die Taschen der beiden und brechen auf, unseren Aufbruch-Ruf rufend. Siehe da, sie kommen mit, aber einfach ca. 100 m über uns. Als sie nach ca 10 Minuten dann dort nicht mehr weiter kamen stiegen sie ab und waren schon bei uns in der Panik wir könnten doch ohne sie weitergehen. Ich bin froh den Sattel Manolito aufzusatteln, weil der ist mit seinen 7 kg schon schwer einfach so am Arm zu tragen. Dann gehts aber problemlos weiter in ein wunderschönes Tal auf die Btta de Trescolmen (ein Pass), einzigartig und atemberaubend! Dann auf der anderen Seite bergab. Weil es so schön ist verweilen wir ein wenig in der Sonne und waschen einmal unsere Hosen, die schon fast von alleine stehen. Bergab gehts nach Mesocco wo ich nun endlich einen Bäcker finde und auch einen Coop während Ulrich mit den beiden Rabauken im Schatten eines Parkplatzes auf mich wartet. Nun sind wir wieder voll mit all unseren Essensreserven und Obst gibts für heute und sogar einmal Salat! Unser Trupp eregt doch einiges an Aufsehen im Ort. Vor allem die älteren Leute sind meist recht begeistert, die Jüngeren scheinen mit Ziegen nicht wirklich was anfangen zu können.
Auf der alten Passstraße Richtung San Bernardino treffen wir Tom, einen Engländer der eine Radtour von Genf nach Triest fährt. Er steigt ab und plaudert ein wenig mit uns. Er ist begeistert von unserer Karawane und macht auch das erste Photo von uns zu viert mit unserer Kamera.

Hey Tom, thanks for the great picture!
Hey Tom, thanks for the great picture!

Weil er eine organisierte Radtour macht und der letzte ist von der Gruppe (er fährt mehr aus Spaß, nicht als Wettkampf) wartet hinter der nächsten Biegung ein Auto mit Verpflegung und wir werden zu Brownies eingeladen.
Nun sind wir in einem Waldstück außerhalb von Pian San Giacomo und fürchten uns weil wir glauben dass neben uns ein Jäger seine Hütte hat und wir überall Leckereien für das Wild zum Anlocken finden. Aber die Fensterläden sind geschlossen und es ist hier die einzige halbwegs versteckte gerade Liegefläche für uns. Morgen werden wir früh abbauen und im Tal erst frühstücken. Obwohl die beiden Ziegen meines Einkaufs wegen sehr viel schleppen mussten sind sie gerade wieder auf Achse.

Ein Gedanke zu „Tag 35: Btta de Trescolmen – Pian San Giacomo“

  1. Eure Wanderung mit den beiden doch eher eigenwilligen Ziegen erinnert mich an den Roman „Caretta, Caretta“ von Paulus Hochgatterer, in dem ein Urlaub in der Ägäis mit „verhaltensoriginellen“ Jugendlichen auf einem Segelboot beschrieben wird.
    Bin gespannt wie das weitergeht.
    Alles Liebe

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