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Tag 36: Passo de Balniscio

Heut morgen leider wieder das gleiche Spiel. Bumbum und Mano waren irgendwo weit oben im Wald wo wir sie nicht sehen konnten. Auf unsere Aufbruchrufe haben sie aber geantwortet. Wir versuchten es erneut mit Losmarschieren mit unseren Rucksäcken am Rücken und den Satteltaschen am Arm, aber gefolgt sind sie uns diesmal nicht.
Also bin ich nach 5 min zurück um sie zu suchen. Im steilen Wald klettere ich nach oben bis ich sie finde. Sie stehen oben auf einem Fels, meckern mich an aber kommen keinen Meter entgegen. Also nehmen ich Bumbum am Krawattl und ziehe in runter. Mano der Mitläufer folgt dann von selbst hinterher. Unten angekommen sind sie wieder ganz die alten braven Packböcke. Und so gehts dann auch schon los erstmal durch den kleinen Ort Pian San Giacomo und dann steil rauf auf den Pass Balniscio. Nach 2.5 Stunden Aufstieg kommen wir auf eine prachtvolle Hochebene. Wasserfälle, gründete Gras und Sonne! Hier machen wir erstmal eine ausgedehnte Mittagspause. Als wir ohnehin schon aufbrechen wollen, hören wir fremde Glocken. Unsere Böcke werden unruhig. Oben auf einem Fels strecken 5 schwarze Ziegen ihre Köpfe hervor. Kurz darauf sind es 10, dann 20 und schließlich über 50. Wie in einem billigen Western, wenn die Indianer am Horizont erscheinen. Wir halten uns im Schatten eines Baumes bedeckt, und die Ziegenherde zieht vorbei. Sobald sie ausser Sicht sind brechen wir auf und sind schnell auf der Passhöhe. Von dort aus geht es langsam bergab Richtung Isola. Vorbei an kleineren und größeren Gebirgsseen. Wir sind immer noch über 2000m als wir ein sehr schönes Plätzchen für unser Lager finden. Es ist noch relativ früh, aber wir wollen heute auch die Tieren schönen. Vielleicht sind sie ja morgens nicht gekommen weil wir sie zu sehr gefordert haben könnten. Wir sind sehr froh dass sie diesmal beim Grasen in unserer Nähe bleiben. Unser Nachtlager machen wir heute ohne Zelt. Unter dem klaren Sternenhimmel liegen wir auf den Matten im Schlafsack eingemumelt. Hier heroben kein Problem weil es keine Schnecken oder beissende Insekten gibt. Auch um die Ziegen sollten uns so besser sehen können und hoffentlich bei uns bleiben. Es scheint zu funktionieren, Manolito kuschelt sich direkt neben mich und Bumbum pflanzt sich etwas weiter entfernt hin. Kurz nach Sonnenuntergang aber packt es Bumbum und er steht auf. Anfangs denken wir die gehen noch eine Runde grasen aber Bumbum läuft schnurstracks den nächsten Hügel hinauf, und Mano muss natürlich hinterher. Alle Zurufe bringen nichts. Es sieht schon sehr archaisch aus wie die beiden Böcke am Horizont den Fels über uns überqueren während die letzten Sonnestrahlen die Wolken rot einfärben. Gut 200m weit weg, neben einer kleinen Felshöhle machen sie es sich bequem. Bumbum scheint von Steinböcken abzustammen, die Plätze die wir aussuchen sind ihm nicht gut genug. Hoch oben auf einem Fels mit Überblick, da muss er hin. Wir hoffen, dass sie morgen noch da sind und schlafen bald ein.

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