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Tag 40: Maloja – Segl

Fachmännisch beäugt ein ca 10 jähriger Bub unsere Tiere am Pass Lunghin und fragt: wieviel mag denn so einer trägen? Als ich ihm 10 kg antwortete meint er da passe ja sein ganzer Rucksack rein und begutachtet die Sattel Konstruktion und informiert sich sachlich wie er denn auch zu solchen Tieren käme. Ein schöner Nachtrag zu gestern und ein 45- interessierter 😉

Die Sonne weckt uns und unsere angeleinten müden Genossen. Da Bumbum so lieb war probieren wir noch mal ohne Leine und Zack, er ist schon wieder auf dem Weg zum Gipfel. Morgensport für Ulrich vor dem Frühstück. Dann mit Leine runter nach Maloja wo wir noch einen Rundgang im Park machen da es eine spektakuläre Ansammlung an Gletschermühlen zu bestaunen gibt. Dann gehts weiter einen Grüeziweg entlang des Sees, wir werden oft angehalten und angequatscht, photographiert und einfach nur angelacht. Für uns ist es schon ein wenig frustrierend, da uns die beiden Ziegen irgendwie immer noch nicht so erkennen, und einfach jedem anderen hinterher laufen. Aber sonst ist es schon sehr lustig mit ihnen. Wenn wir durch Weiden durch müssen, oder an Hunden vorbei, stopfen wir die Glocken mit Gras damit wir weniger Aggressionen bei den Tieren erregen. Heute hat der Bumbum einfach das Gras vom Manolito rausgefressen. Das war eine total lustige Situation! Auch sonst sind sie schon sehr lieb wenn sie kuscheln kommen. Wir sind auch sehr stolz, wenn sie auf den Strassen von pompösen Ferienorten mit lauten reichen Leuten die in Pferdekutschen prominieren, ihre kleinen schwarzen Bömpeli verteilen. Und dann, schon wieder eine gefährliche Situation: in einem Käfig im Garten bewegt sich etwas, der Manolito beginnt am ganzen Leib zu zittern und läuft schnell zu Ulrich nach vorne, Schutz suchen. Als ich diese gefährlichen Tiere näher betrachte, sind es 2 Hasen 🙂 Schon wieder Abend und wir suchen uns im Wald ein Plätzchen, doch plötzlich: eine Invasion von Gelsen! Überall ist es schwarz, über den Tieren sogar eine richtige Wolke. Als wir uns setzen, sehen wir über der gesamten Lichtung einen schwarzen surrenden Schwarm. Millionen! Wir brechen das Lager ab und flüchten bergauf bis zur Baumgrenze. Der Platz ist jetzt traumhaft, wir sehen den See und weit ins Engadin, zuerst dachte ich, die Gelsen haben uns den Weg zu einem traumhaften Platz gezeigt, es musste so sein, dass wir das hier entdecken durften, aber weit gefehlt! Die Tiere haben die stechenden Gelsen mitgenommen. Höher können wir nicht mehr, zu spät und auch zu hoch zum schlafen. Ich bin gespannt. Während ich das schreibe, hat Ulrich sicher 1000 von den Dingern umgebracht. Wollte für das bonding heute wieder ohne Zelt und ohne Leine schlafen, aber ich fürchte wir werden uns hinter das Fliegengitter fliehen.

Ein Gedanke zu „Tag 40: Maloja – Segl“

  1. In Sardinien beobachteten wir einmal, wie ein Bauer versuchte mit Leckerlis und Zurufen, seine Ziegenherde von den umliegenden Weideplätzen auf einen Weg Richtung Stall zu locken. Wir unterhielten uns dabei sehr und mussten über diese individuellen und zum Teil sturen aber sehr geschickten Tiere sehr lachen…… Also auch ein Profi hat mit Ziegen so seine Mühe!
    (Rainer aß trotzdem am Abend ein typisches Sardengericht – Ziegenfleisch!) LG Susanne

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