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Tag 47: Pausentag in Müstair und die Doppelstaatsbürgerschaft

Nach einer trockenen Nacht zwischen Gabelstapler und Holz werden wir um 6 Uhr von neugierigen Mitarbeitern des Betriebes geweckt. Sie sind alle instruiert und bewegen sich auf Zehenspitzen um uns nicht zu stören, aber einen Blick erhaschen wollen sie auch. Sehr angenehm eigentlich, aber wir sind ein bisschen beschämt, dass die alle arbeiten müssen und wir nicht, also ziehen wir um 6 Uhr früh wieder auf den Campingplatz um.

Ich schlaf noch einmal ein während Ulrich uns ein feines Frühstück erjagt. Geweckt werde ich durch einen Schreiner, der uns gestern auch in den Bergen gesehen hat. Irgendwie war ganz Müstair am Sonntag in den Bergen. Als ich mit den Ziegen am morgentlichen grasen bin, spricht mich ein Photograph an, er möchte uns morgen gerne photographieren, wir seien das Gesprächsthema Nummer 1 in den Restaurants hier und er hätte uns gesucht. Lustig. Ich lasse die Tiere bei Ulrich während ich mal wieder ordentlich einkaufen gehe. Vor allem Obst und Gemüse bunkere ich. Fürs Abendessen kaufe ich eine Kaiserschmarrenfertigmischung, und mache auch einen Termin bei der Tierärztin aus um die österreichischen Ohrmarken an die Ohren zu bringen. Dann ist Siesta angesagt in der Mittagshitze für mich. Ulrich muss nach einem Kommentar ob wir denn zu faul wären die Photos zu aktualisieren, nun alle Photos der letzten Tage online stellen. Aber mit Besuch wars einfach nicht angebracht ewig im Computer zu versinken. Die Tierärztin hat blöderweise mit dem zuständigen Amtstierarzt telephoniert (der mich schon gut kennt) und ratet ihr ab uns zu helfen. Sie findet aber die Tiere toll und erkundigt sich wo wir die Grenze passieren zu gedenken und wir ziehen wieder ab. Zum Glück haben aber die Lamabauern neben uns so eine Zange, also gehen wir lange spazieren zum Wasserfall, lassen die Ziegen sich vollfressen und dann..  Ulrich nimmt die Zange beherzt in die Hand, ich halte zuerst Manolito fest und er locht ihm eine österreichische Ohrmarke mit meiner Betriebsnummer in sein Ohr. Den Blick werde ich nie vergessen. Den von Ulrich und den von Manolito. Bumbum binden wir doppelt an den Baum, sodass er sich fast nicht bewegen kann. Den kann ich nämlich nicht halten. Auch der schaut total verdattert und schreit sogar kurz. Aber dann mit vielen Karotten ist alles schnell vergessen. Spatzenhirn sei dank! Nun kuschelt Bumbum wieder mit mit während Ulrich nochmal einkaufen geht und sich dann mit meinem Fehlkauf, der Kaiserschmarrenfertigmischung abmüht. Eigentlich ist dort nur Mehl drin gewesen, und ich hab vergessen Öl zu kaufen, also ist es entweder angebrannt oder halb roh. Ulrich ist unzufrieden…  Wir duschen nun 2x pro Tag, einfach weil wir es können 🙂
Wir hoffen nun, dass uns die Tierärztin keine Steine in den Weg legt und morgen oder übermorgen die Grenze nach Italien problemlos passieren können. Auch wär eine Nacht ohne Unwetter nett.
Je nachdem wie das mit dem Internet in Italien funktioniert, kann es sein dass wir uns nun einige Tage nicht mehr melden. Keine Sorge, es geht uns gut.

2 Gedanken zu „Tag 47: Pausentag in Müstair und die Doppelstaatsbürgerschaft“

  1. Was für schöne Bilder, wie im Bilderbuch, gerne blättere ich nach meinem Arbeitstag in der wunderschönen Berglandschaft und schaue euch zu beim Kuscheln mit den beiden Falotten.
    Und: Heute ist euer 47. Wandertag und nicht der 45. Das muss gesagt werden.
    Gute Nacht
    Vather.

  2. Ich hoffe doch, dass sich die Tierärztin rein privat für eure Reisepläne interessiert hat. Meine Doppelstaatsbürgerschaft-Kinder haben zum Glück keine Ohrmarken 😉

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