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Tag 54: Meraner Höhenweg – Schenna – Meran

Die Nacht war für Ulrich sehr schlecht, jedoch morgens ist er fit und wir brechen auf. Die Tiere haben richtig dicke Bäuche so voll gefressen haben sie sich. Als wir bei einem Fluss Wasser filtern steigt eine deutsche Frau mit wackeligen Beinen ganz unsicher neben mir ab. Hinter ihr der Mann, er dreht sich noch zusätzlich zu den Ziegen um und schon passiert es, ein Stein wackelt, er kann sich nicht mehr halten und stürzt einen halben Meter in den ausgetrockneten Teil des Flussbettes. Sein linkes Handgelenk unter der Uhr schwillt an und wird blau, auch ist ihm schlecht und er ist im leichten Schock. Ich bin mir ziemlich sicher, dass etwas gebrochen ist.
Langsam setzen wir ihn auf und ich geb ihm Schmerzmittel. 5 Minuten entfernt ist zum Glück eine Seilbahn wo er selbst mit seiner Frau noch hingehen kann. Das geht schnell so ein Absturz! Zum Glück wars keine ausgesetzte Stelle. Dann gehts für uns weiter, es sind unglaublich viele Touristen unterwegs und so wird es zu einem „Grüß Gott“ Weg für uns. Wir werden ständig angesprochen, immer die selben Fragen, da werde ich dann auch irgendwann genervt und wir gehen meist kommentarlos und schnell vorbei. Aber eine Frage hat mich dann doch irritiert, eine Frau fragte einfach nur „warum“. Aber da zu antworten dauert ja schon ein Weilchen, und diese Zeit hatten weder wir noch sie, weil wir am vorbeigehen waren. Das war vielleicht eine Journalistin, die solche Fragen aus Gewohnheit stellt. Der Höhenweg ist so schön, zu Füssen Meran und dahinter ein weites Tal bis Bozen und rechts hinter uns das Vintschgau. Bei einer Hängebrücke befürchten wir schon dass wor umkehren müssen, doch bevor Bumbum es merkt dass der Boden halb durchsichtig ist steht er auch schon mitten drauf. Mano tut sich etwas schwerer, schafft es aber auch. Sobald wir die Seilbahnbergstation hinter uns lassen und den Abstieg Richtung Dorf Tirol beginnen ist der ganze Trubel plötzlich vorbei und wir sind wieder zu viert. Manolito macht jetzt komischen Stuhlgang, eher so Pferdeäpfel-Kuhfladengemisch. Eigentlich kein Wunder, denn er ist einfach alles was ihm vor die Nase kommt. Selbst die Plastikblumen vor einem kleinen Marterl hat er probieren müssen. Weiter gehts hinunter vorbei an Schlössern und Feldern mit saftigen roten Äpfeln bis ins Tal, über den Fluss und dann auf der anderen Seite rauf nach Schenna, wo wir unsere Apotheke wieder auffüllen. Einkaufen war nicht viel, Ulrich ernährt sich nun von Zwieback. Weiter gehts zu einem Campingplatz, wo wir von neugierigen Vätern und Kindern umringt wurden. Ich hab eigentlich ein wenig Kopfweh und mir war übel, wollte nur noch schlafen, Ulrich wollte auch seine Ruhe und die Tiere waren von der Hitze völlig erledigt und legten sich ab und standen nicht mehr auf. Zum Glück auf unserem Campingplatz, und nicht schon früher, aber wir wurden gnadenlos umzingelt und bequatscht. So viel Aufmerksamkeit hatten wir noch nie. Aber nach einer Kopfwehtablette und einer Dusche gabs dann Couscous und alles war besser. Erschöpft fallen wir in den Schlafsack in unserem kleinen Zelt inmitten von ausschliesslich gigantischen mobilen Wohnhäusern. Während die letzten Besucher vorbeikommen und Photos von den Tieren machen.

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