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Tag 62: Penia – Lago di Fedaia – Bivacco Bontadini

Gestern Abend ist Bumbum zum ersten mal ohne Mano (der war angeleint) auf Entdeckungstour gegangen. Erst in der Früh, als Mano herzzereissend gemeckert hat ist Bumbum wieder zu uns zurückgekommen. Es reicht wohl nicht mehr abwechselnd einen der beiden anzuleinen. Der Abstieg nach Penia war nur mehr kurz, und während Clara mit den zwei Rackern an einem Bankerl die Sonnenstrahlen geniesst, gehe ich in den Ort um einzukaufen. Unsere Vorräte waren wieder mal sehr am Ende und so wars Zeit für einen Großeinkauf.

Nun sollten wir die nächsten 5 Tage oder so durchkommen. Und als Zweitfrühstück gibts gleich mal einen echten Krapfen mit Marillenmarmelade! Von Penia aus gehts einen schönen Waldweg entlang hinauf zum Lago di Fedaia. Zu unserer Rechten begleitet uns das beeindruckende Marmolada Massiv, mit weissen Fels und blauem Eis der Gletscher. Kurz vorm See machen wir Mittagspause, und wir quatschen kurz mit zwei Bayern die den ViaAlpina von Triest aus gehen. Oben am See ist viel los und wir holen uns nur kurz ein Eis und ziehen dann schnell weiter. Dabei werden wir ca. 100 mal fotografiert. Während in Südtirol vor allem Deutsche unterwegs waren, sind es hier in den Dolomiten fast nur Italiener. Die Deutschen haben uns immer angequatscht, dafür aber in der Hälfte der Fälle vorher gefragt ob sie fotografieren dürfen. Die Italiener quatschen uns fast nie an, aber gefragt vor dem Foto hat erst ein einziger. Während sich die Wolken aufzutürmen beginnen, steigen wir auf zur Porta Vescovo. Oben ist es angenehm kühler und an der Bergstation der Seilbahn, die von der anderen Seite rauf kommt, waschen wir uns schnell und füllen unser Wasser wieder auf. Anstatt auf der anderen Seite Richtung Arabba abzusteigen, wie es der via alpina vorschlägt, entschließen wir uns unterhalb des Grats Richtung Osten zu folgen, um zu einem Biwak zu gelangen, das ich auf der Karte entdeckt habe. Am Weg dorthin fängt schon das Donnergrollen an und wir kommen noch trocken bei der kleinen Hütte an. Sechs Betten, ein Tisch, gemütlich und sauber steht das Bivacco Ernesto Bontadini unterhalb der Mesolina auf 2550m am Anfang eines Klettersteiges. Das Biwak ist umgeben von Überresten von Stellungen aus dem ersten Weltkrieg. Direkt daneben gibt es auch einen Eingang zu einem weit verzweigten Höhlensystem, das ich natürlich gleich erkundet habe. Aus den Tisch- und Bankbrettern vor der Hütte bauen wir einen Unterstand für die Tiere, wo wir sie nachts anleinen werden. Dann kochen wir uns feines Znacht, mit knackigen Paradeisern und frischem Parmesan. Bis auf zwei kurze Regenschauer ist das Gewitter bisher vorbeigezogen. Im Biwak gibt es nur Stockbetten, was mit unserem Doppelschlafsack problematisch wird. Mal sehen was wir da improvisieren können. Dolen lassen sich über uns verspielt im Winde treiben und es ist einfach schön hier.

2 Gedanken zu „Tag 62: Penia – Lago di Fedaia – Bivacco Bontadini“

  1. Hmmm, bin mir nicht ganz sicher aber ich glaube Ihr seid auf der von Tiers abgewandten Seite am Rosengarten vorbei gelaufen, oder? In Tiers habe ich ja schon einige Lab-Retreats verbracht und kann nur nochmals nachhaltig den Apfelsaft der Region empfehle! Und auch diese Speckknödel an Butter sind der Hammer. Mhhh 🙂

  2. Ja, wir sind den direktesten Weg aufgestiegen von Völs aus. Also nicht erst das Tal nach Tiers rein. War aber auch wunderschön!

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