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Tag 64: Lagazuoi – Val Travenanzes

Überall Stellungen aus dem 1. Weltkrieg. Vor 2 Tagen fing es an, und hier erneut wieder ein Stellungskrieg mit immer noch sichtbaren Höhlen und sogar Schützengräben. Wenn wir dann auf den Karnischen Höhenweg weiterwandern wird das wohl einige Zeit so weitergehen. Wir wandern zur Seilbahntalstation in Fouzargo, vorbei an vielen Campingbussen die an der einsamen Strasse auch einen Schlafplatz gefunden haben. Viele Menschen wieder mal und wir steigen zusammen mit anderen Wanderern auf. Hatten wir schon lange nicht mehr. Wir wählen einen alten Weg, der durch einen ziemlich langen Tunnel führt, den die Italiener gegraben haben um unterhalb der österreichischen Stellungen (ca. auf 2600m Höhe) zu kommen und die dann von unten gesprengt haben.
Den leicht ausgesetzten Steig bis zum Einstieg des Tunnels muss ich Bumbum noch ziehen, aber dann im dunklen, nur mit Stirnlampe beleuchteten Stufen, geht er problemlos. Die Kälte des Berges haben sie geliebt, und Sicht hatten sie ja durch unsere Taschenlampen genug. Völlig überrascht kamen wir tatsächlich mit den beiden Schweizer Untertagziegen am Vorgipfel an und wieder in die heisse Sonne. Eine Deutsche die wir im Tunnel trafen fragte nur: und warum muss er (Bumbum) da rauf? Meine Antwort: weil wir auf der anderen Seite wieder runter müssen. Muss komisch sein aus dem dunklen plötzlich eine Ziege vor Augen zu haben. Oben dann Krieg überall. Stellungsgräben, Verstecke für Scharfschützen und das mitten in der gerölligen Mondlandschaft der Dolomiten. Oft photographiert verbringen wir die Pause auf der einzigen Wiese vor dem Refugio und schlagen uns die Bäuche mit den Mehlspeisen voll die vorzüglich selbst zubereitet sind. Dann gehts weiter in das Val Travenanzes. Der Abstieg war für uns sehr beschwerlich, weil die beiden Racker unbedingt oben bleiben wollten. Ziehen und stoßen und schwitzen, dann war Wald und alles war vergessen, dass es dort oben besonders schön war. Die Landschaft ist wieder mal umwerfend, steile Felsen rechts und links und ein klarer Fluss in der Mitte den wir von seiner Quelle bis zu schönen Wasserfällen begleiten. Vor uns türmt sich wieder ein Gewitter auf, und beim Absteigen laufen wir auf eine Regenwand zu, aber plötzlich ist alles vorbei, das Gewitter löst sich einfach auf bis wir dort unten sind, und wir finden hinter einer Ferienwaldhütte ein Plätzchen zum Schlafen, komfortabel mit riesigem Tisch und Bänken und Wasser gleich ums Eck. Bis morgen früh wird der Besitzer schon nicht kommen.

5 Gedanken zu „Tag 64: Lagazuoi – Val Travenanzes“

  1. Man spürt schon das nahende Österreich in euren Berichten: „Paradeiser“, „Mö(hl)speis“… Bald brauche ich einen Übersetzungsdienst 😉

    Wenn es mit dem Fotografieren zu streng wird könnt ihr euch ja in einem „praktischen“ Schützengraben verstecken. Wundert euch aber nicht ab der Standartfrage „warum?“.
    „Damit wir aus dem Hinterhalt Geissebölleli werfen können!“

  2. Auf die Einkaufsliste: Stricke damit ihr eure Hosen unterwegs nicht auch noch in die `angebaut ´Rubrik aufnehmen müßt !!!
    oder viel mehr Möhhspeis !

  3. Ja, nochmals danke für die Unterhose! Auf einer Holzbank brauch ich sogar schon einen Sitzpolster damit mir der magere Hintern nicht weh tut…

  4. Den Rat hätte ich befolgen sollen. Es ist passiert, ich hab die Hose tatsächlich verloren. Mehr dazu auf Tag 78

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