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Tag 69: Sexten – Lärchenboden

Frühstück gabs unter dem Tarp weils noch recht regnerisch und feucht war. Die ganze Nacht hindurch hat es immer wieder, teils recht stark geregnet. Wir bauen alles ab, packen auch das nasse Tarp zusammen und ziehen weiter. Nach der Talschlusshütte bleiben wir auf einem breiten Fußweg in einer Seniorenreisegruppe richtig stecken. Eine nach der anderen lässt sich mit den beiden Rackern photographieren, und die stehen brav und posieren.
Weiter unten steht dann ein riesiges Hotel die auch Pferde haben und Kutschenfahrten anbieten, da hätten wir sicher in einer Pferdebox die beiden untergebracht und uns mal ein Hotelzimmer gönnen können. Aber nach einer halben Stunde Fußmarsch schon das Nachtlager?? Das ist  für Ulrich zu wenig. Ich muss also weiter, seufts. In Sexten wird unser Proviant weiter aufgefüllt und ich kaufe Ulrich auch einen neuen Regenschirm, da ich den alten beim Zumachen kaputt gemacht habe. Gleiches Modell, gleiche Farbe, Ulrich ist wieder zufrieden. In diesem kleinen aber extrem gut sortieten Outdoorshop entdecke ich auch ein Autogramm von Bear Grylls, der hätte in den Dolomiten auch mal gedreht. Ulrich findet ihn toll, immer wenn wir Insekten sehen sagt Ulrich: Bear Grylls hätte die jetzt gegessen. Auch Schlangen, und zwar roh.
Beim Grill\Würstlstand gibts noch Burger zur Stärkung. Weiter gehts nun bergauf, raus aus den Dolomiten und rein in die Karnischen Alpen, vom Negerdörfl aus den Heimatweg rauf Richtung Sillianer Hütte. Da nachts und morgen tagsüber Regen angesagt ist bleiben wir noch unterhalb der Baumgrenze und schlagen Zelt und Tarp hinter einer Hütte auf die darauf wartet mit Heu gefüllt zu werden, auch ein möglicher Unterschlupf, sollte ein starkes Gewitter kommen. Den Tieren gefällt es hier, Ulrich findet es auch toll, ich denk einfach nur an das tolle Hotel auf der anderen Seite des Tales. Zum Glück gibts den Zirbenschnaps!

Anmerkung Ulrich: Kommunikation ist auch unterwegs nicht einfach, vor allem wenn dem angeblichen Tonfall mehr Bedeutung angemessen wird als den Worten selbst.

5 Gedanken zu „Tag 69: Sexten – Lärchenboden“

  1. Als altgedienter Vater & Psychiater muss ich hier natürlich meinen Senf dazugeben. Was die Sehnsucht von Clara hin zur Zivilisation betrifft, bin ich freudig überrascht, ich dachte eher, dass die beiden nach dieser langen Wanderung nur mehr im Zelt schlafen und sich mit Reisig die Zähne putzen werden. Eine Wiederkehr in unsere Welt ist also wahrscheinlich.
    Was die Kommunikation (Thema: „der Ton macht die Musik“) und das Zusammenleben betrifft kann ich nur sagen, dass 2 mir bekannte Paare, die den Jakobsweg von Mödling aus gingen bzw. von Wien nach Nizza wanderten jeweils zur Trennung der beiden führten. Daher der Rat an euch beide: „Singt mehr miteinander!“
    Guten Abend
    Vather.

  2. Aber wenn wir aus Angst vor dem Beziehungsaus diese schöne Wanderung nicht machen würden, hätten wir ganz schön etwas verpasst! Da ist es gefährlicher zu heiraten, weil da sind die Statistiken ja richtig triest 😉
    Hab eine Mundharmonika dabei, damit wir nicht singen müssen…

  3. Lasst es an Blondie aus! Ich will übrigens mal ein Bild von dem Plüsch-Fell Ein rosa Halsband und ein bisschen Bling-Bling wäre sicher auch noch schick und würde seinen Charakter unterstreichen!

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