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Tag 70: Sillianer Hütte

In der Nacht hat es doch einiges geregnet, aber die Böcke haben sich vorbildlich unter das von uns vom Zelt zu der Scheune gespannte Tarp gelegt. Morgens regnet es aber nicht mehr und nach einem feinen Müsli packen wir das nasse Zelt wieder zusammen und ziehen kurz nach 7 los, bergauf um auf den Karnischen Höhenweg zu gelangen. Es ist nebelig und windig. Wir treffen eine recht lustige Französin, die den ViaAlpina entlang geht. Ansonsten ist die Sicht gleich null und bald beginnt es auch leicht zu nieseln. Auf dem Bergkamm oben stolpern wir dann über einen Grenzstein, I auf einer Seite, Ö auf der anderen – wir haben also tatsächlich nach 10 Wochen Wanderung Österreich erreicht (also österreicht).
Bei der Silianerhütte kommt der Hüttenwirt mit Belegschaft vor die Tür um die Ziegen zu begutachten. Da das Wetter nicht besser wird, sondern sogar schlechter angesagt ist beschliessen wir, obwohl erst kurz vor 10, bei der netten Belegschaft zu bleiben. Ziegen finden unter dem Vordach des Holzlagers ihr Plätzchen und wir trocknen uns und lesen alle Zeitschriften die es hier gibt. Zwangspause. Ulrich beginnt eine neue Blogseite über unsere Ausrüstung. Dazwischen gibts mal Suppe, mal Strudel. Nach und nach füllt sich die Hütte. Das Wetter bleibt erstaunlich lange gut, aber bei null Sicht. Während die Racker grasen, trainiert Uli an der Slackline die vor der Hütte gespannt ist sein Gleichgewicht. Erst gegen Abend setzt der starke Regen ein, begleitet von kräftigen Windböen – da hilft auch das Vordach nichts. Noch dazu dreht der Wind andauernd, und weil wir die Tiere ja irgendwo anleinen müssen, finden wir nach dem Abendessen Bumbum durchnässt und zitternd vor Kälte vor. Wir beschliessen die zwei für die Nacht hundert Meter weiter in einer Bunkerruine unterzubringen. Von der Küche bekommen wir auch noch etwas altes Brot und so hoffen wir dass die beiden uns das nicht übel nehmen. Später haben wir noch ein interessantes Gespräch mit einem deutschen Personal Trainer, der unser verrücktes Abenteuer auch ganz toll findet. Wir verkriechen uns dann ins bereits übelriechende Lager und hoffen dass der morgige Tag ein wenig Sonne und Aussicht zu bieten hat.

5 Gedanken zu „Tag 70: Sillianer Hütte“

  1. Oho, gibts die Ausrüstungsblogseite schon? Hab mich schon gefragt wie man solch fancy Equipment überhaupt findet und rausfindet ob es was taugt …

  2. Sind aus den schottischen Highlands wieder zurück in der Zivilisation an der Ostküste. Können Euch für Eure nächste Reise die Highlands wärmstens empfehlen. Ihr seid super – kommt gut Heim.

  3. Ach ja, gibt noch ein paar Wortwitz Sonderpunkte für Österreicht! 😀
    Hätte ich nicht besser sagen können!

  4. Hat noch etwas gebraucht, ist jetzt online: http://viacaprina.at/ausruestung/
    Gefunden habe ich all die Sachen meist nach ausführlicher online recherche in diversen blogs oder foren zum thema ultraleicht-wandern bzw. auch zu weitwanderwegen wie dem AT oder PCT. Das alles in der Zeit wo ich eigentlich schon längst hätte Diss schreiben sollen…
    Ob das teure equipment dann auch was taugt kann man eigentlich nur selbst rausfinden. War bei uns schon ein ziemlich es Risiko weil wir es vorher gar nicht mehr testen konnten. Aber wir haben ziemlich Glück gehabt, bis jetzt alles tiptop (bis auf die Schuhe)

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