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Tag 72: Standschützenhütte – Porze – Hochspitzsenke

– Jö schau, ein Schwammerl!
– Hm das sieht aber giftig aus.
– Nein, Bumbum! Nicht!!
– jetzt hat ers gfressn.
Das ist noch ein Nachtrag zu einer unserer Konversationen gestern. Die Nacht war regnerisch und nach diversen Einbruchsversuchen unserer beider Racker in die Hütte haben wir sie verschlossen und verriegelt. Haben ja eh ihr Tarp draussen und sind windgeschützt.
Morgens sind wir dann früh aufgewacht weil die beiden die Hütte annagten und das war ein recht lautes unterfangen. Wahrscheinlich wollten sie ein Loch durch fressen bis sie bei uns sind. Ich binde Bumbum ab damit er grasen gehen kann und er maschiert schnur straks bergauf. Also fange ich ihn wieder ein und bringe ihn zur Hütte zurück. Nun wartet er unangebunden vor der Tür bis wir ihn endlich satteln und dann gehts los, sehr motiviert! Meine Schuhe sind von gestern noch nass, deshalb wähle ich meine Zehenschuhe, das war ein Fehler, weil durch das nasse Gras hab ich nun nicht nur ein zweites Paar nasse Schuhe, sondern auch sehr kalte Zehen. Bei der süß kleinen Standschützenhütte kaufen wir Brot und Schokolade und plaudern mit den Angestellten, die von fast einer ganzen sonnenloser Woche sprechen. Heute ist es aber sonnig, nur ein paar harmlose Wolken ziehen herum. Wir treffen auch einen jungen Lienzer der die Ziegen ganz toll findet und uns wie so viele fragt wie lange wir denn schon unterwegs wären. Wir: „6 Wochen“, er: „Also noch nicht so lange“. Eine ungewohnte Antwort. Wir erfahren dass er bis vor kurzem für eineinhalb Jahre mit dem Fahrrad durch Afrika unterwegs war, ein sehr netter Typ. Weiter gehts durch ein nasses Tal, jeder Weg ist ein Fluss, und ich kollidierte mit einem Frosch, der es sehr eilig flussabwärts hatte. In der Pause, die wir zu 4 t  unterhalb der massiven Porze Wände in der Sonne liegend genießen, kommen uns eine endlos langgestreckte Schafshede entgegen die uns neugierig beäugt. Als Bumbum sich dann erhob rannten alle davon. Kurz nach Mittag kamen wir dann plötzlich schon am Tagesziel des ViaAlpina, der Porzehütte, an. Wir sind noch fit, also gehts weiter! Bergauf zum Tilliacher Joch, und dann den Grat, eher auf der italienischen Seite folgend die Bergkette entlang. Es ist einfach schön, Sonne, Berge, fast keine Menschen. Von wegen überlaufen, heute begegnen uns trotz Prachtwetter nur 5 mal andere Wanderer. An der Hochspitzsenke entscheiden wir uns aber doch nicht zum Mitterkar Biwak abzusteigen. Das Wetter ist gut angesagt, die Sonne scheint freundlich, es ist fast windstill, der Ausblick herrlich, wir bleiben hier oben und werden ohne Zelt in der Wiese schlafen.

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