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Tag 73: Hochspitz – Luggauer Törl – Öfner Joch – Sissanis di sotto

Die Nacht war sternenklar, der Mond so hell dass wir manchmal davon aufgewacht sind. Morgens ist alles nass vom Tau und wir bleiben länger im Schlafsack in der Hoffnung die Sonne kommt bald über die Scharte. Kurz vor dem ersehnten Sonnenstrahl schiebt sich eine dicke Wolke davor und wir müssen wieder mal einen nassen Schlafsack einpacken. Gestärkt nach einem kräftigen warmen Müsli mit viel Honig  (muss den Babymilchgeschmack des Milchpulvers überdecken, haben seit der Schweiz kein normales Milchpulver bekommen) gehts nun auf den Gipfel, zu dessen Füssen wir geschlafen haben. Herrlicher Ausblick vom Hochspitz!
Ich hänge mit der Leine von Bumbum den Schlafsack am Kreuz auf damit er im Wind trocknet. Diese Leine suchen wir dann später vergebens, die hängt wohl immer noch dort. Mit dem österreichischen Internet ist es so eine Sache. Haben selten Empfang und bis jetzt noch nie schnelles Netz, updaten euch immer von Italien aus und Bilder gibts momentan keine weil das Netz hier zwar hin und wieder funktioniert, jedoch zu langsam ist. Jedenfalls gehts den ViaAlpina entlang, wieder ziehen Wolken durch unsere Landschaft und verleihen den Stellungen mystisches und man wird traurig weil so viele Menschen hier gestorben sind. Es ist jetzt Hochsommer und wir haben in den Nächten nur 4 Grad, mit Wind und Regen kann ich mir vorstellen, dass man mangelernährt und mit der damaligen Ausrüstung auch im Sommer hier erfrieren kann. Über mehrere Gipfel gehts bis zum Luggauer Törl. Da wir immer am Grat sind haben wir nun recht Probleme mit unserem Wasser und ich gehe 4 Stunden lang ohne etwas zu trinken und freue mich schon sehr auf das Hochweißsteinhaus. Hollersaft! Als wir dort ankamen erwarteten uns jede Menge Touristen an der Terrasse und als ich einen Kellner frage wer hier Wirt ist deutet er scheu auf eine molligere Dame mit Photoapparat um den Hals. Ich Frage ob wir mit den Tieren hinter den Weidezaun der die Kühe von der Hütte fern hält dürfen und sie sagt gleich, auf die Terrasse dürfen sie sicher nicht! Ich meinte aber zwischen Terrasse und Absperrung, ein grüner Streifen, da meinte sie, dass sie das auch eher nicht so gerne hat. Wenns geht sollen die Tiere doch draussen auf der Weide bleiben. Und dort sollten wir aber den Senner fragen, und den kenne sie leider nicht. Also gehen wir zurück hinter die Absperrung und dort warten 2 Kühe, die den beiden keine Ruhe lassen und ständig hinterher laufen. Ulrich füllt seinen Trinksack am Brunnen vor der Hütte voll und wir ziehen weiter. Das war das erste Mal, dass wir wo das Gefühl hatten nicht wirklich erwünscht zu sein. Dafür gabs nach einem kurzen Anstieg auf dem Öfner Joch feine Jause aus Bumbums Rucksack und danach steigen wir in ein liebliches Lärchenwäldchen ab. Waschen uns wieder mal ausgiebig in einem Fluss. In der Karte war ein Unterstand eingezeichnet, dies sollte unser Tagesziel sein weil es nachts regnen wird, doch der war schon besetzt von einer Horde italienischer Pfadfinder. Also gehts weiter durch den Wald, vorbei an einer riiiiiesigen Schafsherde und bergauf bis zur Alpe Sissanis di sotto wo wir nun ein schönes Plätzchen gefunden haben. Sobald das Zelt und Tarp stehen, beginnt es zu nieseln, wieder mal perfekt abgestimmt.

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