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Tag 80: Petutschnig Hütte – Arnoldstein

Wieder mal ist unser Schlafsack vom Tau durchnässt, aber weil es so ein toller Schlafplatz war und die Sonne schon wieder scheint geht es nach einem Restlessen bergab. Wir haben nun unseren Proviant total aufgebracht. Als wir an der Pertutschnig Hütte vorbeikommen lockt mich schon wieder jemand mit einem richtigen Kaffee! (Thorsten und Katrin wissen ja wie gern ich das habe) Und schon sitzen wir am üppig beladenen Frühstückstisch einer Männerrunde von Jugendfreunden, die sich seit Jahrzehnten bei Heimo auf dieser Hütte für einen Männer Abend trifft. Ich glaub die Nacht war kurz, und der Hunger am Morgen nicht so ausgeprägt, also bekommen wir köstlichen selbst gemachten Marillenkuchen und Reindling, sowie feinen Käse, Wurst und Melone.

Es ist total gemütlich und gesellig in der netten Gruppe, und für uns kulinarisch richtig toll! In all den Wochen sind wir noch nie so herzlich aufgenommen worden und erst recht nicht so üppig bewirtet worden. Schweren Herzens wollen wir dann wieder aufbrechen und dann fängt Heimo an all die lecker Sachen für uns einzupacken, als Proviant. Darunter befindet sich: Reindling und Kuchen für mindestens 4 Tage, 2 grosse Stück feinen Käse, eine riesen Stange Wurst vom benachbarten Bauern, 2 Flaschen Rotwein, und Brot für die Ziegen. Wir machen noch ein Gruppenfoto und dann marschieren wir weiter die Skipiste hinunter nach Arnoldstein – satt, glücklich, und voll bepackt mit Goodies. Die Tiere sind total übermütig und springen und machen lustige Drehungen. In Arnoldstein warte ich vorm Spar auf Ulrich, der nun fast nichts mehr von der Liste einkaufen muss und dabei kommt eine Familie aus dem Kosovo auf mich zu. Sie fragen nach unserem Weg und wie lange ich schon unterwegs bin, und die Kinder sind entzückt. Obwohl ich oft sage, dass wir genug Geld haben und jetzt ja auch gerade Ulrich einkaufen ist und wir sicher immer genug zu essen haben stecken sie, die nicht gerade aussehen als hätten sie viel Geld, mir Obst zu. Eine Ablehnung dessen dulden sie nicht. Ich bin gerührt, gleich zum zweiten Mal in so kurzer Zeit. Wir holen uns dann noch ein Eis und gehen ins Naturschutzgebiet Schütt, zu den Füssen des Berges Dobratsch. Im Wald finde ich einige Parasolpilze – schade, dass wir schon so satt sind von dem Käse und der Wurst! Obwohl wir nach Ratschlägen der Männerrunde einen Weg drumherum geplant haben, juckts uns noch. Der Gipfel, den sehen wir schon seit 4 Tagen, ich glaube wir müssen dort rauf! Ein Plätzchen finden wir auf einer Lichtung und als alles aufgebaut ist, die Sonne untergegangenen ist und wir uns mit dem Duschsack wieder mal gewaschen haben und schon im Schlafsack liegen, kommen Pferde auf die Lichtung. Mist. Ich glaube aber die sehen uns nicht so gut, denn sie wagen sich nicht zu uns zwischen die Bäume, und erschrecken sich von den Glocken der Ziegen, die im Wald lagern. Mit Schnüren verbarrikadieren wir uns, also das Zelt und die Böcke. Jedenfalls können die Pferde nicht einfach auf uns draufsteigen, sie müssen zuerst durch die Schnüre, und das bekommen wir mit. Das wird eine unruhige Nacht für uns.

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