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Tag 84: Wöllaner Nock – Bad Kleinkirchheim

Es hat uns kein Jäger aufgestöbert. Auch keine Wanderer, und so konnten wir auch etwas länger schlafen. Wir gehen weiter bergauf, vorbei am Mörderboden (dort wollten wir nicht schlafen, deshalb hatten wir uns vorher was gesucht) nach Oberwöllan. Ein älteres Ehepaar wird auf uns aufmerksam und sind ganz entzückt. Sie war früher Sennerin auf der Millstätter Alm und hatte selbst auch mal eine Ziege. Er meint die Ziegen sollen die ganzen Blumen vorm Haus ruhig fressen, bricht den Ziegen, nach einem bösen Blick seiner Frau, schöne Äste einer Esche ab. Sie wollen uns auch Speck mitgeben, aber wir müssen dankend ablehnen – wir essen immer noch an der Salami die wir von Heimo mitbekommen haben. Weiter gehts langsam bergauf durch Wälder auf einsamen Forststraßen.
An der Waldgrenze kommen wir zu einer Alm und eine Hütte wo zwei Jäger Vormittags schon bei der Schnapsflasche sitzen. Auch die wollen uns einladen, aber wir müssen abermals ablehnen, weil wir heute noch nach Bad Kleinkirchheim wollen. Am Weg zum Gipfel des Wöllaner Nocks müssen wir dann wieder einmal umständlich einer Pferdeherde (Noriker) ausweichen die es aufunsere Böcke abgesehen hat. Oben angekommen ist dann richtig viel los! Von der Kleinkirchheimer Seite aus geht eine Gondel rauf. So werden die zwei Böcke von vielen Kindern gestreichelt und gefüttert, und wieder hunderte Male fotografiert. Wir jausnen unterhalb vom Gipfel und kommen mit Felix ins Gespräch, ein deutscher Student, der den Alpe Adria Trail nach Triest geht. Er hilft uns die endlosen Wurst und Käse Vorräte zu dezimieren. Dann gehts weiter, an Touristenscharen vorbei zur Kaiserburg, wo wir uns an der Gipfelstation ein Eis gönnen, bevor wir wieder einsam nach Bad Kleinkirchheim absteigen. Wir haben den Karnischen Höhenweg bereits in Thörl-Maglern, und den ViaAlpina (bzw. auch den Südalpenweg) am Dreiländereck verlassen. Unser nächstes Ziel ist der Salzsteigweg, der von Villach nach Linz führt. Weil wir aber Villach natürlich großräumig umgangen sind, sind wir erst heute am Salzsteigweg angekommen – und verlassen ihn gleich auch wieder bis morgen weil wir nach Bad Kleinkirchheim absteigen wo sich Clara eine neue Hose kaufen will. Kurz vor dem Ort finden wir einen kleinen, unbewirtschafteten Hügel, mit Sonne und Aussicht auf den Ort. Wir beschließen wieder mal früher als geplant unser Lager aufzuschlagen.Während ich mit den Böcken oben bleibe und in der Sonne liege geht Clara runter einkaufen. Wenig später kommt sie mit einer schönen neuen violetten Wanderhose zurück. Wir gehen noch zum in der Nähe fließenden Ottingerbach um uns zu waschen. Am weg runter springen die Böcke ganz ausgelassen neben uns her. Auch der Rock, der in den letzten Tagen Claras Hose ersetzen hat müssen, wird gewaschen und prompt am Bach vergessen. Da unser  Lagerplatz aber nur 2 Minuten vom Bach Weg ist geht Clara ihn nach einem feinen Abendessen wieder holen. Die Böcke zerlegen eine ausgewachsene Esche und wir schlüpfen in unseren Schlafsack nachdem wir den Zirbenen geleert haben.

Ein Gedanke zu „Tag 84: Wöllaner Nock – Bad Kleinkirchheim“

  1. Lila Hose ist guut, überhaupt so bunt wie möglich um die Jäger nicht herauszufordern !!!
    Den Böcken könntet ihr die Packtaschen und Gurte mit Schleifen aus bunten Plastiktragetaschen schmücken …

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