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Tag 85: Falkert – Priesshütte – Pregatscharte

Die Sonne weckt uns gegen 7 Uhr. In der sternenklaren Nacht haben wir viele Sternschnuppen der Perseiden gesehen. Sobald alles trocken ist brechen wir auf. Nach Bad Kleinkirchheim runter sind es nur wenige Minuten. Am Brunnen vor der Kirche füllen wir unsere Wasservorräte und dann gehts die 1200 Höhenmeter rauf zum Falkert. Zuerst steil durch dichten Wald, dann flacher durch Lärchen. Schließlich erreichen wir die Baumgrenze und blicken über die schier endlosen sanften, grünen Gipfel der Nockberge.
Wir steigen das letzte Stück zum Falkert auf, wo schon unzählige Touristen unterwegs sind die von der nahen Heidialm aufgestiegen sind. Ein Stück unterhalb machen wir erschöpft Mittagspause, denn es ist wieder mal so richtig heiss. Bumbum und Mano machen sogar ein Mittagsschläfchen. Eine Wienerin spricht uns an, und meint anfangs dachte sie das wär aber ein schicker Rucksack (?!?) bis sie dann von der Nähe gesehen hat es ist eine Ziege. Wieder erholt gehts weiter vorbei am Falkertköpfl und am Steinnock und hinunter zur Nockalmstrasse. Am Weg runter lassen sich Mano und Bumbum wieder mal Zeit und fressen viel Heidelbeeren. Innerhalb einer Kuhweide fallen sie weit zurück, und als sie dann Clara weit vorn sehen galoppieren sie nach. Das macht die Herde von 10-15 Kühen neugierig und sie kommen runtergallopiert. Die Böcke verstecken sich hinter uns und wir haben alle Hände voll zu tun diese massigen Viecher von uns fern zu halten. Clara ist knapp an einer Panikattacke nachdem die Kühe frontal auf sie zugalloppiert sind und ca 2 m vor ihr eine Vollbremsung hingelegt haben, nachdem wir an den Kühen doch irgendwie vorbei gekommen sind, setzen wir uns erstmal und klauben auch ein par Heidelbeeren. Der weitere Weg führt über die Nockalmstrasse, für eine halbe Stunde, bis zur Priesshütte. Wir entscheiden uns wieder mal einzukehren. Die Böcke binden wir draussen an und wir bekommen feine Speckknödel. Die Wirtsleute haben dann doch recht eine Freude an den Tieren sodass wir sie auch in den Gastgarten reinbringen dürfen und sie bekommen einen riesigen Kübel voll mit alten Semmeln und Brot. Gestärkt brechen wir wieder auf zur Pregatscharte. Der Weg erweist sich als recht schwierig, weil alle 5 Minuten ein Weidezaun zu queren ist, und es hier keine bequemen Übergänge gibt sondern entweder die typischen Zick-Zack Durchgänge, die selbst für uns mit Rucksack viel zu schmal sind und obendrein noch auch innen mit Stacheldraht ausgekleidet sind, oder ein kurzes Stück Holzzaun statt Stacheldraht, bis zu 1 Meter hoch. Wir sind ja schon einiges gewohnt und daher meistern wir die Hindernisse – mal mit mal ohne Rucksack/Sattel. Doch dann passiert es doch noch: es ist schon spät und wir sind alle schon recht müde, Bumbum und Clara sind schon über den Holzzaun, Mano probiert noch auf den 1 Meter hohen Zaun rauf zu kommen. Drei Kühe kommen von hinten beunruhigend schnell näher und Mano springt rauf, aber beim runterspringen rutscht er mit dem rechten Hinterlauf ab und klemmt ihn zwischen zwei Brettern eine. Er schreit fürchterlich und zappelt am Zaun hängend. Ich versuche ihn etwas anzuheben und er kommt schnell wieder frei, lahmt aber. Wir nehmen ihm den Sattel ab und Clara tastet das Bein ab, es scheint zumindest nichts gebrochen. Wir sind nun auf einer anscheinend unbewohnten Kuhweide und beschließen hier zu bleiben für die Nacht. Um etwas versteckt zu seien steigen wir bis zum Kamm hoch zum Rand der Weide und schlagen dort unser Lager auf. Gegen 10, als es schon dunkel ist, kommen dann aber Kühe auf der anderen Seite des Zaunes und begutachten uns neugierigst (wir wussten gar nicht dass Kühe Nachts so gut sehen können). Die Ziegen werden unruhig und ich kann bei dem Gebimmel auch nicht schlafen. Also packen wir im Dunklen nochmals alles zusammen und gehen weiter runter, wo wir dann erschöpft von dem langem Tag einschlafen, deshalb gibts den Tag von gestern erst heute online.

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