DSC02443

Tag 86: Rinsennock – Turracher Höhe

Wir haben die Nacht dann doch noch recht gut geschlafen, obwohl wir in einer Steillage waren und ich immer wieder runter gerutscht bin. Als die Sonne kommt holt Ulrich noch die Taschen, die wir in der hektischen Flucht der Nacht oben am ursprünglichen Schlafplatz gelassen haben und während der Schlafsack trocknet frühstücken wir ausgiebig. Mano humpelt nicht mehr und ich kann auch überall herum drücken am Fuss entlang, er hat keine Schmerzen. Trotzdem entladen wir seine Taschen und teilen den Inhalt auf uns 3 auf. Er muss jetzt nur noch den leeren Sattel tragen, der wiegt fast nichts.
Über die Pregatscharte gehts nun weiter, vorbei an friedlichen Kuhherden rauf zum Rinsennock. Dort oben sehen wir schon von weitem eine Gruppe in unsere Richtung starren und auf dem Gipfel warten. Während Ulrich zügig oben ist, schnaufe ich langsam hinterher, und unsere Tiere grasen sich gemütlich rauf. Die Touristen haben also ein bisschen auf ihre Attraktion warten müssen. Es sollte sich dann aber um ein ziemlich großes Glück handeln, dass wir dort oben auf Ulrich, den Almbutler treffen! Er gibt uns noch Tipps wo wir eventuell mit den Ziegen unterkommen können in der Gegend rund um Flattnitz und steigt dann mit seiner Truppe bergab. Wir jausnen noch kräftig bevor wir uns in den Trubel begeben, der zu unseren Füssen liegt. Viele Menschen sind heute dort am Berg und quatschen uns an. Am nettesten war die Begegnung mit einem Kenianer, der an uns vorbei joggd. Er bleibt ganz verdattert stehen und meint seine Großmutter hätte in Kenia genau solche Ziegen, nur verwendet man sie dort nur für Milch und Fleisch. Wir wünschen ihm noch alles Gute für den nächsten Wettkampf und ziehen weiter. Der Wetterbericht ist sich nicht so ganz einig, einer sagt heute Abend schon ein Gewitter an. Manos Fuss, der Wetterbericht und der aufkommende Wind mit einigen Wolken bewegen uns dazu doch nicht weiterzugehen sondern auf der Turrach zu bleiben. Und da kommt Ulrich von den Almbutlern im Tal schon auf uns zu und wir fragen ihn ob er hier auf der Turrach auch einen Unterschlupf für uns weiß. Tatsächlich, eine Ferienwohnung ist frei wo er selbst der Verwalter ist! Darauf stossen wir bei der Edelweissalm mit ihm an. Der dortige Chef ist auch ganz verliebt in unsere zwei, heute besonders braven Ziegen, dass er mir extra ein feines Gericht mit Eierschwammmerln zaubert, das heute gar nicht auf der Karte stand. Dies sei noch nie vorgekommen, lässt man uns von Insidern wissen. Der Wirt geht sogar mit den Ziegen grasen und opfert seine Eberesche, die ratzeputz aufgegessen wird. Tiere und Menschen wurden traumhaft verköstigt, es gab dann auch wieder harte Semmeln für die beiden und wir haben einfach so vom Wirten persönlich in Manos Tragetasche 2 Flaschen Bier geschmuggelt bekommen 🙂 ich hab das gar nicht bemerkt, erst als ich die Flaschen beim auspacken gefunden habe hat Ulrich mir erzählt, dass das der Wirt war. Mit einem Schlüssel für eine Wohnung, satt und reichlich beschenkt gehen wir durch den Ort und kaufen beim Dorfladen noch ein wenig ein. Als wir beim Haus angekommen sind hängen dort auch noch 2 Säcke voll mit Essen!! Danke! Die Ziegen mögen es hier und die Italiener von der Wohnung über uns haben uns zum Essen eingeladen, weil sie grilliert haben und mehr als genug hatten. So sassen wir am Tisch mit 3 italienischen Familien und bekamen als Nachspeise sogar Sachertorte. Ein lustiges drunter und drüber auf italienisch. Dusche und ein Bett, Urlaub im Urlaub, danke Ulrich.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *