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Tag 89: Weitental – Lattersteighöhe – Haidnerhöhe

Um halb 8 Uhr springt Ulrich aus dem Bett und beginnt sogleich ein feines Frühstück zu zaubern. Es ist von gestern noch Apfelstrudel übrig und wir müssen auch sonst viel übrig gebliebenes aufessen. Ich komme etwas später nach und wir packen unsere Sachen zusammen und räumen die Wohnung auf. Um 10 Uhr wollen wir los, unsere italienischen Nachbarn werden uns ein wenig begleiten. Das Wetter ist regnerisch, die Tiere aber total motiviert und wir sind pünktlich fertig. Nach einem Gruppenfoto gehts los in einer riesigen Karavane, 12 Menschen, und 2 total überdrehte Ziegen – we are on the road again.
Wir ziehen vorbei am Schwarzsee und gehen dann durch den Wald. Der Regen geht bald in ein leichtes Nieseln über und wir finden einige Schwammerl. Nach 2 Stunden verabschieden sich unsere Freunde, sie müssen ja wieder zurück und wir sind alleine. Nebelschwaden ziehen über die Gipfel, es windet ein wenig, aber das ist gut, so können wir unbeobachtet an einer Pferdeherde vorbeischleichen und werden auch nicht gewittert. So viele Zirben und Lärchen, wieder mal ein wunderschön romantischer Wald! Wir sind wieder mal alleine auf den Bergen und geniessen das Wandern. Zwischen Rapitzsattel und Lattersteighöhe machen wir bei einem Jagersitz Pause. Während wir Wurst, Käse und Brot jausnen knabbern unsere Böcke die Holzbalken an. An der Lattersteighöhe finden wir eine kleine Biwakhütte, die ist aber nix zum Schlafen und die Tiere haben dort auch keinen Schutz. Also gehts weiter über den windigen, grünen Bergrücken – zeitweise mit schöne Aussicht auf die Nockberge, nur der Eisenhut zeigt sich nicht sondern ist immer von Wolken verhüllt. Vor dem Abstieg nach Flattnitz finden wir auf der Haidnerhöhe an der Baumgrenze, mitten in endlosen Heidelbeersträuchern, einen feinen Zeltplatz. Um unser Zelt aufstellen zu können haben wir eine grosse Schüssel voll Beeren gesammelt, alleine auf den 2 Quadratmetern! Als wir dann das Zelt aufgestellt haben kommt Bumbum vom Grasen um sich unser Werk anzusehen. Mit ängstlichen Augen schauen wir auf die Schüssel Heidelbeeren die auf seinem Weg zu uns am Boden liegt. Erster Fuß drüber, zweiter Fuß vorbei, dritter Fuß drüber, vierter Fuß punktgenau in die Beeren – und so bleibt er dann stehen und sieht uns fragend an warum wir so schreien. Grml… jetzt ist es zur Hälfte Heidelbeermus. Kalt ist es wieder mal und wir mummeln uns in den Schlafsack sofort nach dem Essen. Es regnet nun auch wieder, aber wir sind sehr zufrieden im Zelt zu sein und müde vom Wandern neben den Tieren zu schlafen.

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