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Tag 90: Flattnitz – Prankerhöhe

Morgens warten wir bis die Sonne sich zeigt um dann unsere gestern gesammelten Heidelbeeren mit Müsli zu zmörgelen. Der Abstieg nach Flattnitz dauert keine Stunde mehr. Wir gehen durch den Ort, weil wir etwas Brot gebrauchen könnten, doch der Ort wirkt recht verschlafen und Geschäft gibt es keines. Doch man hat uns sehrwohl bemerkt denn am Ortsende werden wir von einem Auto sehr langsam überholt und beim nächsten Parkplatz steigt ein älteres Ehepaar aus. Sie haben die zwei Ziegen gesehen und sind uns dann nach gefahren. Sie haben selbst auch ein paar Ziegen und finden unsere Tiere ganz toll.
Nach dem Ort gehts am Waldrand entlang, durch eine kleine aber mit 10 Kühen besetzte Weide kommen wir mit einer neuen List: Clara geht vor während ich die Racker zurückhalte. Die wollen natürlich nach, doch erst als Clara auf der gegenüberliegenden Seite das Gatter geöffnet hat lasse ich los worauf die beiden über die Weide sprinten. Die Kühe laufen ihnen zwar nach, sind aber so langsam dass Clara das Gatter hinter den Böcken wieder geschlossen hat. Jetzt muss nur noch ich warten bis sich der Haufen von zehn verdattert Kühen vor dem Ausgang wieder aufgelöst hat, um nachzukommen. Am weiteren Weg sehen wir viele Schwammerln, darunter einen prachtvollen Fliegenpilz. Weiters ein abgesperrtes Feld mit einer Tafel „Quellschutzgebiet – Betreten verboten!“ und direkt daneben Kuhweiden. Wenig später noch ein Schild „Naturschutzgebiet“ – wieder umgeben von Kühen und auch mit einer Jagdhütte die aussen protzig von 12 mächtigen Hirschgeweihen geziert wird. Schon komisch… Auf einem Wanderweg neben der Straße folgen wir dem Paalbach talauswärts. Wir kommen zu einem kleinem Fluss der nur von einer sehr schmalen Holzbrücke gequert wird. Die Holzlatten sind wegen der Feuchtigkeit extrem rutschig und noch dazu leicht schief, und Geländer gibt es auch nur eines und das ist arg wackelig. Ich gehe vor und hole dann die Sättel der beiden Racker. Mano probiert es zuerst, ganz langsam Schritt für Schritt. Bei der rutschigen Stelle fängt er an zu zittern, setzt den nächsten Schritt auf ein hervorstehendes Rundholz das noch rutschiger ist als die Latten, rutscht aus und springt dann um nicht ins Wasser zu fallen zwei Meter tief ans andere Ufer. Weil wir keine andere Möglichkeit den Fluss zu überqueren finden, hole ich aus dem Bachbett Sand und feinen Kies um ihn auf den rutschigen Brettern zu verteilen. Clara kommt dann problemlos nach und auch Bumbum folgt ihr ein paar Schritte mit sehr zittrigen Beinen. Schließlich fasst er sich ein Herz und gallopiert über die Brücke. Erleichtert dass wir alle heil rübergekommen sind machen wir erstmal Mittagspause. Gerade wie wir wieder alles zusammen packen, fängt es an zu regnen. Doch wir gehen trotzdem weiter durch die sumpfige Landschaft. Endlich biegt der Wanderweg rechts rauf, Weg von der Straße und rauf Richtung Prankerhöhe. Sonne und Regen wechseln sich nun halbstündlich ab. Als wir kurz unterhalb der Prankerhöhe an der Baumgrenze stehen fängt es noch einmal so richtig zu regnen an und auch Donnergrollen gesellt sich dazu. Weil unser Weg die nächsten Stunden oben am Grad entlang geht, bleiben wir lieber noch hier unter den letzten Bäumen. Es donnert noch eine Zeit lang, und wir spannen unser Tarp unter mächtigen alten Zirben auf. Das Regenwasser sammeln wir um uns Reis zu kochen. Abends hört es dann auf zu regnen und wir bauen auch unser Zelt direkt dort auf. Wir lesen noch etwas in unserer aktuellen Lektüre („In 80 Tagen um die Welt“ – das geht sich bei uns nicht mehr ganz aus) und gehen früh schlafen damit wir morgen den ganzen Höhenweg bis zur Frauenalpe vor dem erneut angesagten Gewitter schaffen.

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