DSC02516

Tag 92: Murau – Stolzalpe

Hmm… gut den Regen verschlafen, Bäuche und Akkus aufgefüllt starten wir den Tag mit einem reichlichen Frühstück. Die Hütte ist gemütlich, der Wirt passt sich jedem Gast so an, dass er jedem das gibt was er braucht, der ist im richtigen Job! Die Tiere begrüßen uns ausgeschlafen und ausgelassen und erwarten ihre Sättel ungeduldig. Unsere Socken wurden ja netterweise gewaschen, und sind nun wohlriechend an unseren Füssen, leider sind die Schuhe trotz Trockenraum immer noch feucht, das liegt daran dass sie gestern komplett durchnässt waren. Motiviert machen wir uns auf den Weg, leider zuerst in die falsche Richtung.. also wieder zurück zur Hütte und dann noch mal ein Aufbruch ins Tal. Schwammerl überall!
Murau ist ein süßes Städtchen! Eine Dampflock bricht gerade zu einer Nostalgiefahrt vom Bahnhof auf. Ulrich bleibt am Fluss mit den beiden Ziegen und trifft dort auf Annemarie Kury, die 84 jährige Hüttenwartin der Bernhard-Fest Hütte. Schade, dass wir sie gestern nicht oben auf der Hütte getroffen haben, sie hätte viel zu erzählen gehabt, unter anderem humanitäre Hilfe in Bosnien mit Ziegen! Wir werden uns bei Gelegenheit ihr Buch kaufen. Ich schlage mich bis zum Billa durch wo ich meine Augen nicht von einem transsexuellen Mann nehmen kann, der die Umwandlung zur Frau schon recht weit vorangetrieben hat, tolle Frisur, schöne lange rasierte Beine im knielangen Rock, richtig grosse Brüste (ausgestopft, hat man gesehen), nur die Stimme passt noch nicht, und die Bewegungen sind auch noch recht männlich bis auf ein paar Posen, die die Ohrringe herumwirbeln lassen. Sein Sohn daneben ging sehr cool mit dieser Situation um, auch die Verkäufer sprechen sie schon mit sie an. Herrlicher Blick in die Zivilisation! Dann gehts zurück zu meinen 3 Böcken und wir legen los, einmal quer durch die Altstadt und dann Aufstieg auf die Stolzalpe. Am LKH Stolzalpe vorbei folgen wir dem „Panoramaweg“, dem „Sonnenweg“ und dem „Energieweg“! Waldig bis zum Gipfel und stets eine leichte Steigung macht den 2,5 Stunden Weg mit den 1000 Höhenmetern einfach und kurzweilig. Bei der kleinen Kapelle kurz vor dem Gipfel rasten wir lange und die Tiere kuscheln wieder mal ausgiebig mit uns. Eine Frau die vorbeikommt zeigt uns ein Photo von ihren Enkeln, Drillinge. Dann gehts vorbei am Gipfelkreuz und bergab durch reichlich Heidelbeeren und Kuhweiden. Bei besonders neugierigen Kühen kamen wir nicht mal durch den Eingang in die Weide, also ging Ulrich vor und ich lasse dann die beiden Ziegen durchschlüpfen und zu Ulrich rennen. Widererwarten starten die Kühe eine Verfolgungsjagd und ich sehe zuerst Ulrich, dann die Ziegen und dann die Kühe, alle im gestrecktem Galopp in den Wald rennen. Als ich nachkomme sehe ich einen leeren Weg! Rechts leerer Wald, links im Wald knackt es. Nach ein paar Schritten sehe ich 3 Kühe im Wald, die Ulrich anglotzen und Ulrich sanft auf sie einredend, seinen Stock in der Luft ruhig haltend. Hinter ihm stehen die beiden Racker und meckern mich angstvoll an. Während Ulrich in der Pattsituation mit den Kühen verweilt gehe ich mit den Ziegen weiter, aus der Gefahr. Ulrich kommt ohne Kühe nach kurzer Zeit hinterher. Es ist schon spät und wir finden nur schwer einen Zeltplatz weil hier so viel bewirtschaftet ist. Schließlich finden wir einen Platz im Wald am Rande einer Lichtung, hinter einem Elektrozaun, in Nähe von Kuhweide und Schießstand. Haben wieder mal einen Zettel geschrieben, dass wir da sind und gerne nicht erschossen werden wollen und den auf den Jägerstand befestigt. Dann schnell kochen, Zelt augstellen und schlafen gehen. Wir merken mittlerweile schon deutlich, dass es schon wieder früher anfängt dunkel zu werden –  um 21 Uhr ist es nun schon richtig finster!

Ein Gedanke zu „Tag 92: Murau – Stolzalpe“

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *