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Tag 98: mit Wasti über Hochschwung, Zinkenkogel & Kl.Bösenstein zur Edelrautehütte

Was für ein Tag! Die anstrengenste Etappe bisher, mit über 2000 Höhenmeter – und Wasti hat uns begleitet.
Früh morgens ist schon blauer Himmel, es verspricht ein schöner Tag zu werden. Doch die Schuhe sind noch grusig nass-kalt von gestern. Für die die nächsten Tage ist ein Hoch angesagt mit viel Sonne. Ins enge Tal kommt die Sonne aber noch nicht rein und so ist es wegen dem leichten Wind noch ziemlich frisch als wir unser Müsli essen. Bumbum lahmt ein wenig am rechten vorderen Bein, und so entladen wir seine Taschen und teilen das Gewicht unter uns auf. Kurz vor 8 kommt der kleine rote Flitzer mit Babs und Wasti vorbei.
Weil wir heute mit einer 8 Stunden Tour rechnen kommt aber nur Wasti mit, Babs fährt mit dem Auto schon mal vor und erklimmt die Edelrautehütte von der anderen Seite auf einem kürzeren Weg. So brechen wir zu fünft auf, vorbei am Almwirt bei dem wir uns nochmal herzlich bedanken für den Campingplatz. Bumbums Bein geht es schnell besser und man sieht nichts mehr, trotzdem darf er heute mit leeren Taschen gehen. Bald verlassen wir die Forstwege und es geht recht steil durch den Wald des Forstgut Flicks bergauf mit Sonne im Gesicht. Oberhalb der Baumgrenze machen wir eine erste kurze Rast und füllen unser Wasser auf. Und dann weiter rauf auf den Kamm und Richtung Hochschwung. Wir beschließen schon auf dem kleinen Vorgipfel Mittagspause zu machen weil der mehr Windschutz bietet. Wir breiten alle unsere nassen Sachen auf die im Nu trocknen mit Sonne und Wind. Dann gibts eine tolle Jause die Wasti mitgebracht hat: frisches Brot, feinen Käse, Gurke, und kleine Paradeiser aus dem eigenen Garten – ein Genuss! Zwei Wandersleut aus der Gegend kommen vorbei die total begeistert sind von den Böcken. Sie haben auch einen Hund dabei der wohl gut abgerichtet sein mag, aber bei dem Anblick unserer Ziegen dennoch die Fassung verliert, was seinem Herrchen sichtbar unangenehm ist. Wir erklimmen die letzten 10 Minuten zum Gipfel und steigen dann steil ab über den Geierkogel. Auf dem schmalen Grad versuche ich die Ziegen hinter uns zu halten damit sie uns nicht in die Quere kommen oder anschieben. Auf halbem Abstieg kommen uns zwei fluchende Deutsche entgegen die meinen es wäre eine Frechheit dies als Wanderweg zu bezeichnen. Dank der detaillierten Wegbeschreibung die wir von Erich erhalten haben, den wir Freitags oberhalb von Rottenmann auf seiner Hütte besuchen, wussten wir aber ungefähr was auf uns zukommt. Langsam und vorsichtig meistern wir das Steilstück und gehen dann weiter über den Sattel um den Zinkenkogel zu erklimmen. Das Wetter ist traumhaft und der gesteigert Regen hat all den Dunst weggewaschen sodass wir eine einmalige Fernsicht genießen können. Nach dem langen Abstieg zum Perwurzpolster wird uns klar dass wir die Tour wohl nicht in der erwarteten Zeit schaffen werden und wir rufen mal bei der Hütte an, dass wir später kommen. Wasti und Clara spüren von dem vielen Bergauf-Bergab schon ihre Knie und wir haben noch den Kleinen Bösenstein zu bewältigen. Langsam aber stetig steigen wir über den felsigen Rücken rauf bis zum Gipfel. Oben angekommen ist es schon halb 7, und ich beschließe mit den Böcken vorzulaufen um noch bei ausreichend Tageslicht eine Unterkunft für die Tiere zu organisieren. Über die Elendscharte und durch Schotterhalden gehts bergab zum Scheibelsee und von dort über einen breit angelegten Weg zur Edelrautehütte. Dort angekommen treffe ich Babs, die den ganzen Tag hier auf uns gewartet hat. Die Wirtin meint es wäre kein Problem die Böcke innerhalb des Zaunes anzuhängen – draussen stehen Kühe und glotzen. Die Böcke bekommen ein schönes Platzerl, und ich geh noch eine Runde grasen, aber sie sind beide so aufgeregt (wahrscheinlich weil die halbe Herde noch fehlt) dass sie fast nichts essen. Als es dunkel wird kehren wir zurück zur Hütte wo Clara und Wasti mittlerweile auch schon angekommen sind – noch ohne den Einsatz der Stirnlampen. Wir bekommen trotz eigentlich schon geschlossener Küche noch Suppen, Eierschwammerlgulasch und Strudel und genießen danach eine Dusche. Dann fallen wir erschöpft in unsere Betten.

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