20150830_133202-2

Tag 101: mit Margit und Martin ins Gesäuse

Nach einer recht kurzen Nacht kommen wir um 11 wieder oben auf der Rottenmanner Hütte an. Wir finden die zwei Böcke friedlich mit ihren Babysittern Maria und Fritz im Schatten eines Baumes sitzen. Fritz berichtet sie mussten gestern vor Kühen zur Hütte fliehen, aber es ist alles gut gegangen und sonst waren die Böcke auch recht brav. Wir tauschen Autoschlüssel gegen Böcke und verabschieden uns von Maria und Fritz, die noch zum Glohbuckensee spazieren wollen. Vielen lieben Dank dass ihr uns ermöglicht habt auf dieser wunderschönen Hochzeit zu tanzen! Dann geht es für uns wieder weiter. Zum dritten mal gehen wir mit den Ziegen den Pilgerweg der Weltreligionen und folgen dann dem Fahrweg weiter hinunter nach Rottenmann. Es ist heute ein sehr heisser Sommertag und die Ziegen wechseln schnell von anfänglichen Übermut zu einem hechelnden hinterher Trotten. Vor dem Bahnhof treffen wir meine Eltern, Margit und Martin, die uns durchs Gesäuse begleiten werden.
Erich und Evy kommen auch nochmal kurz vorbei und bringen uns unsere frisch gewaschene Wäsche – soooo nett! Dann geht es los und wir spazieren entlang des Radwegs raus aus Rottenmann. Nach einer Stunde machen wir eine Pause am Rande eines frisch gemähten Feldes. Den Böcken ist heute so richtig heiss und sie verstecken sich gleich im Gebüsch vor der Sonne. Dann gehts weiter bis nach Bärndorf wo wir an einem Brunnen unser Wasser auffüllen bevor wir auf einem Schotterweg Richtung Kaiserau aufsteigen. Die letzte halbe Stunde Aufstieg müssen wir auf der Passstraße gehen wo doch recht viel Verkehr ist, nicht sehr schön. Bald aber taucht der prächtige Reichenstein vor uns auf. Vorbei an einem riesigen Feld von Solaranlagen gehts zum Schloss Kaiserau. Eine große Kuhherde versperrt uns den Weg und vorsichtshalber machen Clara und ich mit den Tieren einen Bogen um die Kühe. Wir schlupfen unter einem Stacheldrahtzaun durch um gleich darauf zu sehen dass der Zaun weiter unten offen ist und die Kühe uns nachkommen. Also noch weiter und wieder unter einem Zaun durch und wir sind wieder am Wanderweg. Auf der Sportalm gibts ein schnelles Bier bevor wir uns einen Schlafplatz suchen. Schon wenig weiter finden wir einen sehr schönen Platz auf einer verlassenen abgegrasten Weide neben dem trockenen Flussbett. Ich laufe schnell die Weide ab um sicherzustellen dass keine Kühe unsere Nacht stören würden. Wir bauen uns auf und kochen unser Abendessen. Kaum am Essen zieht nicht weit unterhalb von uns die ganze große Kuhherde vorbei. Der Bauer dürfte ein Gatter geöffnet haben um die Tiere zu ihren höher gelegenen Nachplätzen ziehen zu lassen. Es sind recht junge Tiere und sie scheinen nicht besonders neugierig zu sein. Dennoch müssen wir uns einen anderen Platz suchen für die Nacht weil wir ja zumindest einen Bock anbinden müssen über Nacht was uns in der Gegenwart von Kühen zu gefährlich ist. So essen wir erstmal fertig bevor wir wieder alles zusammen packen und die Weide Richtung Wald überqueren. Am Waldrand schlupfen wir unterm Zaun durch und finden gleich zwei schöne Plätze zwischen den hohen Bäumen. Wir trinken noch etwas Rotwein (danke Erich) und für die Böcke, die hier im Nadelwald nicht soviel Grün finden wie am Flussbett, organisiere ich noch zwei große Äste einer Esche. Als es dunkel wir gehen wir dann alle müde, weil übernächtig, schlafen.

Ein Gedanke zu „Tag 101: mit Margit und Martin ins Gesäuse“

  1. Eure Nachtruhe scheint nun von einem möglichen unerwünschten Besuch befreit zu sein! Denn: der Wolf, der seit 40 Tagen durch die Berge der Obersteiermark streift, konnte gestern wieder eingefangen werden. Das Tier, das aus Tierpark Mautern (nicht weit von eurer Route) entkommen ist, hat während seiner Freiheit etwa 10 kg zugenommen!!! In diesen Wochen sprang der Wolf immer wieder über die Zäune, hinter denen Landwirte ihre Hühner in Freilandhaltung unterbringen. Man schätzt, dass er rund 200 Hendln gefressen hat, täglich fünf bis sechs Tiere. Die Diät im Tierpark scheint doch recht restriktiv gewesen zu sein….
    Das schlaue Raubtier dürfte die im Vorpass liegenden Jäger mit dem Betäubungsgewehr ebenso gewittert haben wie er gegenüber den aufgestellten Fallen mit Futter misstrauisch war. Ein schlauer Fuchs, der Wolf!

    Bumbum und Manolito waren jedenfalls nicht auf der Speisekarte des Wolfes, wie wir uns in Rottenmann überzeugen konnten.

    Alles Gute euch beiden auf dem Marsch über die steirischen Berge!
    Erich und Evy

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *