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Tag 103: Blaseneck – Leobner – Zeiritzkampel

Von den Sonnenstrahlen geweckt klettern wir aus dem Zelt, wir haben es geschafft, dass wir beim Sonnenaufgang wirklich exakt richtig liegen. Das war heute das erste mal so. Wir packen uns zusammen und machen noch ein Frühstück mit Brot, Käse, Marmelade und Honig. Dann gehts kurz bergab zum Sattel vor dem Blaseneck von wo Martin und ich kurz absteigen zur Kainzenalmhütte. Dort füllen wir an einem Brunnen Wasser auf und finden auch ein altes Bier unter der Schlammschicht im Wassertrog. Zurück am Sattel geht es steil bergauf zum Blaseneck, der erste richtige Gipfel am Eisenerzer Alpenkammweg.
Wir waren im Winter schon einmal hier vor Jahren und in alten Erinnerungen schwelgend gehts von hier wieder in einem Bergauf-Bergab über den Sonnleitenkogel zum Leobner. Dort machen wir ausgiebig Mittagspause und Martin zeichnet uns alle ins Gipfelbuch. Gestärkt steigen wir ab zum Leobner Törl, wo wir wenig später auf den Heiligen Brunnen stossen. Wir trinken und waschen uns mit dem heiligen Wasser und kurz bevor wir weiterziehen kommt auch noch eine Kreuzotter vorbei und verkriecht sich hinters Marterl. Das war für heute die Schlange Nummer 3! Der Aufstieg zur Lahnerleitenspitze führt vorbei an roten Felsformationen und auch der Weg ist sandig rot. Den Gipfel lassen wir links liegen und folgen dem Kammweg über Speikkogel und Hinkareck zum Zeiritztörl. Es ist nun schon 17 Uhr und wir überlegen kurz hierzubleiben, doch weil für morgen Schlechtwetter angesagt ist wollen wir den Zeiritzkampel doch noch heute überschreiten. Vorbei an einem kleinen selbstgebastelten Stein-Biwak gehts sanft bergauf. Bald geht man die beeindruckenden Südwände des Zeiritzkampel hinauf bis zum Gipfel. Da möchten wir nicht bei Nebel sein, der Berg hört auf der Südseite einfach auf! Auf einem schmalen steilen Grad gehts auf der anderen Seite wieder runter, in prachtvollem Abendlicht in dem sich auch eine kleine Gamsfamilie sonnt. Damit Bumbum und Mano unserem Besuch am Grad nicht in die Quere kommen gehen Clara und ich mit den Böcken vor. Nach den Grad gehts relativ steil bergab zum Brunnecksattel wo wir einen windgeschützten Platz finden – denn der böige Südwind der uns heute tagsüber begleitet hat soll nachts drehen und zu einem starken Nordwind werden. Wir kochen uns Couscous, trinken Zirbenschnaps, und dann wird es schon dunkel, doch die Böcke sind vom Grasen noch nicht zurück. Also suche ich sie entlang des Weges und finde sie gerade noch vor der Dunkelheit in einem steilen Hang grasen. Ich bring sie zurück zum Lagerplatz und sobald beide angehängt sind, gehen auch wir schlafen.

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