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Tag 106: Hochschwab

Heute Nacht hatten wir Besuch! Die beiden Ziegen wurden plötzlich unruhig und wir hörten es dann auch grunzen. Wildschweine! Als Bumbum sich dann kräftig schüttelt, weil er beim Schauen in den Regen geraten ist und nun eine nasse Schnauze hat, klingelt es so laut dass die Wildschweine abgehauen sind. Zurückgelassen haben sie nur Fußabdrücke und Wühlspuren in der Nähe. Auch sonst war die Nacht für Bumbum recht stressig, da er das Hirschröhren nicht so relaxed nimmt wie wir. Der Regen hat morgens aufgehört und wir brechen auf Richtung Sonnschienalm.
Wir waren schon einmal am Hochschwab, nämlich im Winter eine Überschreitung mit Ski, damals war alles total nebelig und ich hab nichts von dem Hochachwab-Massiv gesehen bis auf meinen Vordermann, und das 2 Tage lang. Nun scheint es für heute doch recht sonnig am Vormittag und wir sind begeistert, dass wir eventuell doch den Hochschwab zu Gesicht bekommen. Deshalb sind wir schwups oben auf der Fobis und dann auch schon auf der Sonnschienalm die ihrem Namen heute alle Ehre macht. Wir kehren nicht ein sondern wandern weiter bis zur Häuslalm, unserem eigentlichen Tagesziel weil für den Nachmittag massig Regen angesagt war. So gehts vorbei am schönen Sackwiesensee und bei der Sackwiesenalm muss ich mich wieder mal einem ziemlich hoch und weit springenden Jungstier erwehren der total übermütig unseren Böcken hinterher springt und die sich dann hinter mir verstecken. Die Leut auf der Alm warnen uns dass das Wetter morgen und übermorgen grauenhaft wird und dass dann sogar Schnee angesagt ist. Wir sollten doch heute noch die Überschreitung machen. Wenig später sind wir auf der Häuslalm wo wir erstmal eine feine Suppe bekommen und dann auch kurz Handyempfang haben. Der Wetterbericht hat den heutigen Regen auf die Nacht verschoben und für morgen verdoppelt! Zu dieser Zeit war es 14 Uhr und wir hatten schon 5 Gehstunden hinter uns. Kurz überlegt, aber da heroben 2 Tage bleiben wollten wir auch nicht, also machen wir uns an den Aufstieg zum Gipfel. Wir sehen noch kurz ein gewaltiges Bergmassiv unter uns und dann sind wir in den Wolken. Ganz nah an uns zieht eine Steinbockherde an uns vorbei, Muttertiere und Jungtiere, kein Grund Angst zu haben, da hat Bumbum größere Hörner. Wie wirs schon kennen steigen wir 2 Stunden im Nebel auf und die Sicht bei der Biwakschachtel und dem Gipfelkreuz beträgt ca. 5m. Auf dem Schiestlhaus werden wir warmherzig empfangen und die Wirte sind uns sofort sympathisch, leider ist es aber saukalt und eisig windig, sodass wir gar nicht einkehren sondern nur Wasser holen und absteigen um wieder zu der Baumgrenze zu gelangen. Wir versprechen aber im Sommer nochmal zu kommen und dort zu übernachten wenn es den Tieren nicht so kalt ist. Daraufhin bekommen wir ein Goodie für den Abstieg nach Seewiesen zugesteckt! Danke!! Weiter unten lichtet sich der Nebel schnell und wir sind in einer sehr mystischen Landschaft. Gemsen trauen sich ganz nah zu uns, weil sie denken wir sehen sie im Nebel nicht, außerdem sind sie neugierig auf unsere Tiere. Wir lassen die Voitsthalerhütte rechts liegen und erreichen nach insgesamt 10 Stunden wandern die Baumgrenze und schlagen gerade noch im restlichen Tageslicht unser Zelt auf. Als es steht ist es stockfinster! Das war knapp. Wir kochen mit Stirnlampe und Ulrich fällt noch einen Baum für unsere treuen Gefährten die den Gewaltmarsch ohne Anstalten mitgemacht haben und nun schon müde unterm Tarp liegen. Der Regen fängt an sobald wir mit dem Essen fertig sind. Uff, das war ein langer Tag.

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