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Tag 108: mit Hanna, Stefan, Lotti und Luise in Seewiesen

Nach einer unruhigen Nacht stehen wir früh auf. Laut Wetterbericht hätte es über Nacht sollen aufhören zu Regnen, doch es schifft nach wie vor. Es ist kalt und draussen liegen zwei nasse Böcke. Auf das Frühstück verzichten wir, es gibt nur das Packerl Mannerschnitten, das wir am Schiestlhaus geschenkt bekommen hatten. Danach packen wir mit klammen Fingern unsere Sachen zusammen und machen uns trotz Regen an den Abstieg. Durch Wälder, die interessanterweise auf den Schotterhalden wachsen, geht es das lange Tal hinaus bis Seewiesen. Unten dürfen die Böcke nochmals ausgiebig grasen bevor wir dann in den Gasthof Schuster einkehren. Als wir dort ankommen sind gerade zwei Reisebusse am Aufbruch und wir werden von den Südsteirischen Pilgerfahrern ausgefragt, wir sind von so vielen Menschen irgendwie immer überfordert. Dann fragt Clara den Chef des Gasthofs wo wir die Böcke lassen können, welcher sogleich den Küchenjungen hinterm Haus zwei Pflöcke einschlagen lässt wo Bumbum und Mano angeleint werden. Zur gleichen Zeit kommt auch schon die Familie Stockreiter. Lotti und Luise streicheln die beiden im Vergleich riesig großen Tiere und dann gehen wir rein ins Warme.
Für die Mittagskarte müssen wir noch eine Stunde warten, was bei dem Wetter draussen für uns kein Problem ist. Wir hängen unsere nassen Sachen im Trockenraum auf, Lotti erzählt uns was sie in der Flitterwoche so alles erlebt haben und der nette Wirt bringt den Böcken eine Portion Heu. Dann gibt es ein deftiges Essen. Später überreichen Hanna & Stefan uns noch ein Sackerl mit allerlei guten Sachen drin sodass wir locker bis Mariazell kommen ohne einzukaufen. Den Wein (sogar einer meiner Lieblingsweine) lassen wir jedoch dort, es ist schon zu kalt für uns schön Wein zu trinken, außerdem haben wir gar keinen Korkenzieher mit. Lieselotte füttert noch die Böcke und es regnet immer noch als sich die Jungfamilie verabschiedet. Vielen Dank euch 4 für den aufmunternden Besuch (gerade an diesem nass-kaltenn Tag), das Essen und die Mitbringsel!

Für uns 4 gehts weiter Richtung Veitsch. Der Regen hört nun endlich auf und hin und wieder kommt sogar ganz wenig Sonne durch. Wir steigen steil auf zur Seebergalm wo wir das Weitwanderdenkmal vorfinden. Hinter uns sehen wir den Hochschwab (von Einheimischen „der Schwab“ genannt) mit einer weißen Kuppe und sind froh den gerade noch vor dem Schlechtwetter überschritten zu haben. Es geht weiter über weitgehend leere Weiden und durch Wälder vorbei an der Göriacher Alm und Richtung Turnauer Alm. Der Wind ist recht stark und bläst eiskalt von Norden. Weil die heutige Nacht noch einmal kälter werden soll, wollen wir einen geschützten Platz suchen. Unterhalb des Schottenkogels finden wir den dann auch. Auf der Südseite des Hügels ist der Wind schwächer und wir finden im Wald eine kleine Mulde, die ich durch umgefallene Bäume noch seitlich etwas abdichten kann in dem ich Äste und sogar kleine Bäume umsäge. Das Zelt wird unterhalb aufgebaut und das Tarp kommt noch darüber. Jetzt haben die Böcke eine kleine Höhle in der kaum ein Lüfterl weht während oben in den Baumkronen der Wind pfeift. Bumbum mag sein Plätzchen und schläft sofort ein. Als es dunkel wird ziehen wir uns fast alles an was wir dabei haben und verkriechen uns dann in den warmen Schlafsack, denn es kann in der Nacht bis auf den Gefrierpunkt abkühlen.

Ein Gedanke zu „Tag 108: mit Hanna, Stefan, Lotti und Luise in Seewiesen“

  1. Schön wars mit euch. Lotti erzählt oft davon, dass sie Schafe gestreichelt hat.
    …einen Flaschenöffner hätten wir dabei gehabt. 🙂
    Wünschen euch noch eine gute letzte Woche!
    Alles Liebe
    Lotti, Luise, Stefan und Hanna

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