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Tag 110: Mariazell

In der Nacht hat es überraschenderweise wieder mal stark zu Regnen begonnen und Ulrich musste nochmal aufstehen und in die Kälte und vor allem Nässe um den Tieren mit dem Tarp ein Shelter zu bauen. Morgens frühstücken wir unter dem Zelt und brechen dann auf als es doch zu regnen aufhört und Sonnenstrahlen sogar zu uns durchdringen. Eine schöne Landschaft ist das hier wieder mal, viele Heiligenbilder der Pilger und Kreuze überall. Bei Mariazell müssen wir leider eine Zeit lang die Strasse bergauf gehen, wo immer wieder Motorradfahrer vorbei brausen und dann auch Radfahrer absteigen und uns ausfragen, die Kombination von Böcken mit Angst und nebenbei immer das gleiche erzählen macht mich fast aggressiv und ich reagiere einfach nicht mehr wenn mich wieder jemand anspricht und bin eher beschäftigt die Motorradfahrer mit einem Winken zum langsamer fahren zu bewegen damit Bumbum nicht so zittern muss. Wir haben nun mal Fluchttiere und sie versuchen eben auch bei Gefahr zu fliehen.
In Mariazell ist es dann verkehrsberuhigt, aber wir sind nun eine Attraktion! Alle, die mit dem Bus dort hingekarrt werden erwarten sich Unterhaltung und die waren halt heute wir. Eine dicke Dame ruft uns noch nach, ach die armen Tiere, so bepackt. Ich glaub für sie wäre es artgerechter gewesen hätten wir die Tiere, so wie die meisten ihrer Geschwister, verwursten lassen und ihr eine davon zugesteckt. Ich gehe leider weniger ruhig und ausgeglichen in die Kirche als ich es mir gewünscht hätte, auch in der Pilgergrotte war unangenehm viel los, sodass ich nach dem Kerzenanzünden nicht mehr verweilt bin. Ich dachte mir irgendwie schon, wenn ich in Mariazell ankomme bin ich relaxed und mit mir und der Welt zufrieden, war aber nicht so. Wir waren als Jugendliche mit meiner Mutter, Toni, Gregor, Judith und Ilse schon einmal nach Mariazell gepilgert, aber wir haben fast nichts wiedererkannt. In der Pilgerdusche können wir für 2€ duschen, extra kurz und in einem kalten Raum, aber sauber und fast warm das Wasser. Wir haben es trotzdem genossen, da es die erste Dusche seit der einer langen Zeit war.  Vor dem Billa steht schon die nächste Reisegruppe und löchert mich mit immer denselben Fragen während Ulrich schnell einkauft. Manolito wird auch recht unruhig, sodass ich das erste mal keine Kinder ihn streicheln lasse weil mir das mit seinem Horn und den unruhigen Bewegungen zu gefährlich ist. Bumbum ist da viel stoischer. Nun raus aus der Stadt, endlich! Noch zum Lagerhaus um eine Gaskartusche zu besorgen, dann zum Bahnhofs-Beisl eine Wurstsemmel für uns und dann raus in den Wald. Nun sind wir wieder allein und finden ein schönes Plätzchen nach dem Herbertheuersattel. Dieser Wald ist wieder ein ganz stiller. Als es dunkel wird hören wir gar nuchts mehr, Totenstille, kein Wind, kein Vogel, kein Wasser.

2 Gedanken zu „Tag 110: Mariazell“

  1. Endspurt 😀
    Wahnsinn, dass es schon fast vorbei ist. Ich hoffe das wetter ist noch ein bisschen auf eurer Seite und ihr könnt die letzten Etappen noch mal richtig geniessen (hoffentlich ohne zu viele nervige fragen 😉
    Ganz liebe grüsse aus züri!

  2. Wundert mich nicht wirklich daß nach über 100 Tagen in der Natur, auf tollen Gipfeln,bei unterschiedlichsten Wetterstimmungen, die Spiritualität, die man in Mariazell finden kann, ein vergleichsweise dünnes Süppchen ist.

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