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Tag 111: Hubertussee – Göller

Die Nacht war wieder recht kalt. Eingemummelt im Schlafsack warten wir bis die ersten zarten Sonnenstrahlen durch den Wald dringen bevor wir aufstehen. Nach einem warmen Müsli mit Apfel packen wir alles zusammen und folgen dem Wanderweg entlang einem romantischen Bächlein hinunter zur Strasse. Dieser folgen wir zum Hubertussee, ein sehr idyllischer Stausee mit vielen Vögeln und Fischen, der von süssen Ferienhäusern und leider aber auch von protzigen Jagdhütten umgeben ist. Das Wetter ist schön und in der Sonne ist es auch angenehm warm.
Nach dem See kommen wir zur „Wuchtl Wirtin“ (die übrigens so aussieht als wär sie selbst ihr bester Kunde), und weil unser Zmorge noch nicht so lange her ist nehmen wir 2 Wuchteln zum Mitnehmen. Für alle Nicht-Österreicher: Wuchteln oder auch Buchteln sind Würfel aus luftigem Germteig gefüllt mit Marillenmarmelade. Bumbum unterhält sich derweil mit einer Ziegendame. Dann folgen wir weiter der Strasse bis wir plötzlich die Grenze zu Niederösterreich überschreiten. Jetzt sind wir also schon im Ziel-Bundesland! Heute begnen uns nur Radfahrer, keine Wanderer, die aber trotzdem fast alle absteigen um uns auszufragen. Bald verlassen wir aber die Strasse und folgen einer einsamen Forststraße hinauf zum Krumbachsattel, wo wir tüchtig jausnen. Die Sonne ist nun hinter einer dichten Wolkenschicht verschwunden und wir frösteln. Beim Abstieg vom Sattel sehen wir schon unser Tagesziel: den Göller – ein Berg den wir schon oft im Winter mit den Skiern erklommen haben, allerdings von der uns jetzt gegenüberliegenden Seite. Ein kurzes Stück müssen wir noch eine Bundesstraße entlang gehen bevor wir dann bei der Kapelle Maria am Gscheid wieder im Wald verschwinden. Flott geht es immer den Bergrücken entlang bergauf, den Gipfel immer vor Augen. Doch dann überholen uns von hinten dunkle Wolkenschwaden die den Gipfel einhüllen. So stehen wir schließlich oben am Göller mit nur 5 Meter Sichtweite. Clara bekommt zum Trost ihr Packerl Chips und wir marschieren weiter Richtung Osten den Kamm entlang, begleitet von einem eisigen Wind und weiterhin ohne Sicht. Schade. Selbst die Böcke haben sich heute nicht geweigert den Gipfel mit uns schnell zu verlassen und folgen uns sofort ohne zu meckern bergab. Bei der Göllerhütte, die nur wochenends geöffnet hat, fängt es dann an zu nieseln. Claras Motivation ist wieder mal am Tiefpunkt, viele Nächte bei Temperaturen zwischen 5 und 0 Grad wird sie wohl nicht mehr mitmachen – aber wir sind ja wirklich bald da und der Wetterbericht sagt für ab Freitag auch wieder wärmere Temperaturen an. Das Nieseln hat sich nun doch zu einem richtigen Regen entwickelt und wir folgen dem Weg runter zum Waldhüttsattel, der den Göller mit dem Gippel verbindet. Wir wollen möglichst tief schlafen und warten daher bis kurz vor dem Sattel mit der Lagerplatzsuche. Wir finden ein schönes Platzerl, bauen schnell Zelt und Tarp auf und kochen uns dann feine, wärmende Suppe. Dann wird es auch schon dunkel und wir gehen direkt schlafen da wir morgen früh los wollen um bei der für den Vormittag angekündigten Sonne am Perschkogel, einem Herzensberg von uns, zu sein.

3 Gedanken zu „Tag 111: Hubertussee – Göller“

  1. Für alle wirklich-nicht-Östereicher: Wuchteln sind Würfel aus Hefeteig mit Aprikosenmarmelade 😉
    Haltet durch, es soll ja etwas wärmer werden; bald seid ihr am Ziel!

  2. ..die echten böhmischen Wuchteln sind mit Povidl gefüllt – das ist sehr fest eingekochte zuckerlose Zwetschken- marmelade ( Zwetschken sind Pflaumen )-ich mache sie euch einmal wenn ihr wollt —ist auch ein Ziel!!
    Gute Schritte noch !!

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