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Tag 113: Schwarzau – Kuhschneeberg

Weil es auch in der Früh noch kalt ist und recht stark windet frühstücken wir im Winterraum, während die Böcke rund um die Hütte grasen und es ganz toll finden auf der Terrasse und den Bänken auf und ab zu spazieren. Dann wagen wir uns doch raus und steigen über den Hirschkogel ab nach Schwarzau. Bald schon kommt die Sonne raus und es wird angenehm warm – das Wetter soll von heute an sonnig und warm bleiben. In Schwarzau demonstriert die Feuerwehr ihr Können vor einigen Schulklassen als wir den Kirchplatz passieren.
Am Ufer der Schwarza bleibt Clara mit den Böcken in der Sonne liegen während ich unsere Vorräte im Supermarkt aufstocke. Dann gehts weiter den Fluss südwärts bis wir beim Bacherlwirt wieder auf den Pilgerweg stossen. Diese Stelle ist uns von winterlichen Ausflügen auf den Perschkogel als Kriterium ob man Schneeketten anlegen muss oder eben nicht bestens bekannt. Eine große Gruppe Pilger macht sich gerade vom Gasthaus aus auf den Weg, die vordersten ein mannshohes Holzkreuz tragend. Wir aber folgen den Pilgerweg in die andere Richtung, Weg von Mariazell, und nach einem kurzen Stück Straße biegen wir auf einen Forstweg der uns nach einem kurzen Anstieg nach Vois bringt. Das auf der Karte eingezeichnete Gasthaus Nothnagel existiert leider nicht mehr, und so setzen wir uns ans Ufer des Voisbach ins Feld und jausnen dort im Sonnenschein. Clara organisiert sich für morgen ein Taxi, weil sie zu einer weiteren Hochzeit gehen wird. Dann wird noch reichlich Wasser aus dem Bach gefiltert bevor wir uns an den Anstieg zum Schneeberg machen. Wir waren beide schon unzählige Male auf dem Schneeberg, sowohl im Sommer als auch im Winter. Und als östlichster und zugleich auch nördlichster 2000er der Alpen ist er natürlich ein Fixpunkt auf unserer Alpendurchquerung, ganz abgesehen von der emotionalen Bedeutung. Dennoch sind wir noch nie von dieser Seite aus aufgestiegen. Wir wählen den Fleischersteig auf den Kuhschneeberg um von dort dann Sonntags auf den Gipfel zu gelangen. Beim steilen Aufstieg schauen wir schon links und rechts nach einem geeigneten Platz wo ich mit den Böcken den Samstag verbringen werde während Clara auf der Hochzeit tanzen wird. Auf halbem Weg im steilen Wald finden wir eine Felsnase mit einem schönen, flachen Rücken. Der Platz ist sonnig und Panorama gibt es auch. Hier bleiben wir! Die Böcke tänzeln über die Felsen und zupfen sich im steilsten Abhang Blätter von den Bäumen während wir das freundliche Wetter und die Aussicht auf den Obersberg von dem wir heute Früh gestartet sind. Weil wir noch Zeit haben inszenieren wir ein Gruppenfoto inklusive unserer Ausrüstung. Nach mehreren Versuchen ist es im Kasten. Dann wird das Zelt aufgebaut und Nudeln gekocht. Später kommt sogar ein Wanderer vorbei der aber so tut als ob er uns nicht gesehen hätte. Ein romantischer Sonnenuntergang beendet diesen gemütlichen Tag, und Vögel trällern uns mit lustigem Gesang in den Schlaf.

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